Markus Söders Fehler beim endlosen Endlager-Streit

Wohin mit dem nuklearen Abfall? Bis zum Jahr 2031 soll das künftige Endlager gefunden sein. Keine Zeit für politische Lautsprecher, meint Frank Werner

Behälter mit hoch radioaktiven Abfällen und einige Transporthauben stehen im Transportbehälterlager im atomaren Zwischenlager.
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

Markus Söder lenkt vieles im Freistaat in die richtige Richtung. Der ehemalige Lautsprecher ist auf dem Weg zu einem echten Landesvater. Beim Klimaschutz ist Söder sogar ein Dampfmacher. Respekt hierfür. Doch bei der Suche nach atomarem Endlager hätte der Ministerpräsident besser geschwiegen.

Söders kategorisches Nein zu einem Standort in Bayern ist eine alte CSU-Leier. Wo der Atommüll seine ewige Ruhestätte finden wird, darf keine Entscheidung der Politik, sondern ausschließlich der Wissenschaft sein. Und die hat sich noch nicht festgelegt. Die Suche nach einem Endlager dauert ohnehin schon viel zu lange. Taktische Spielchen und zahlreiche Pannen haben die Entscheidungsfindung hinausgezögert. Völlig egal, wie der Beschluss ausfällt: Der Widerstand gegen das Castoren-Grab wird enorm sein, wo auch immer das Projekt gebaut wird.

Die Lösung des Problems haben bereits Generationen von Politikern ausgesessen. Und es ist ja nicht so, dass sich ausgerechnet die CSU früher als großer Kernkraft-Kritiker hervorgetan hätte. Deshalb wäre es nur redlich, wenn gerade aus Bayern moderate Töne kommen würden.

Es geht schließlich um ein Mammutprojekt für die Ewigkeit. Wer hier mit Scheuklappen agiert, handelt unverantwortlich und unredlich.

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