Maskenpflicht ersetzt nicht Disziplin: Allzu große Lockerungen sind nicht sinnvoll

Die jetzt in vielen Bundesländern eingeführte Maskenpflicht ist ein richtiger Schritt. Sie macht allerdings auch eine unbequeme Wahrheit deutlich. Ein Kommentar von Tobias Schwarzmeier.

München: Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, zieht sich für die Fotografen vor Beginn der Sitzung des bayerischen Landtags eine Mundschutzmaske auf.
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil
Kommentar

Es ist eigentlich die Zeit für Maskeraden. Doch der Theatersommer ist allerorten Geschichte, die Schauspieler gehen statt auf die Freiluftbühnen in Kurzarbeit oder Home-Office. Auch für Millionen von Laien-Trachtendarstellern beim Münchener Oktoberfest heißt es: "Abg'sagt is". Der Mummenschanz fällt aus. Dafür tragen nun wir alle – oft nicht minder seltsame – Textilien. Und das ist gut so.

Wichtig ist dabei aber, dass die verpflichtenden Masken als sinnvolle Instrumente - und Erinnerung an den Ernst der Lage - verstanden werden, aber keine trügerische Sicherheit erzeugen. Eine solche könnte man angesichts lauter Forderungen nach weiteren Lockerungen unterstellen. Maske auf und gut ist? Mitnichten. Hinter dem Schutz darf sich keine Sorglosigkeit breit machen.

Virologen warnen vor dem Ansteckungspotenzial des Virus', das sich jetzt in der Fläche verbreitet, und vor Fallzahlen, die bei übereilten Lockerungen exponentiell steigen können. Eine zweite Corona-Welle würde von überall her auf uns hereinbrechen. Die Folge: erschöpfte Kapazitäten und Infektionsketten, die keine Tracking-App nachvollziehen kann. Solange es keinen Impfstoff gibt, werden uns im gerade begonnenen Marathon-Kampf mit Corona nicht nur (bessere) Masken lange begleiten. Auch Regeln, Einschränkungen - und Absagen. Wenn auf der Bühne Masken fallen, folgt ein Erkenntnisgewinn. Nun gibt es ihn beim Aufsetzen: Wann und ob wir zur "Normalität" zurückkehren, ist ungewiss.

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