02.01.2022 - 12:12 Uhr
Deutschland & Welt

Meinung: Es droht ein Geschacher bei den "Gs"

Geimpft, Genesen, Getestet, Geboostert – die großen „Gs“ haben aktuell einen erheblichen Einfluss auf die Gestaltung unseres Alltags. Es muss aber eine klarere Linie her - ein Kommentar.

Ein Schild für die Einhaltung der 3G-Regel klebt am Eingang zu einem Restaurant.
von Sebastian Böhm Kontakt Profil
Kommentar

Geimpft, Genesen, Getestet, Geboostert – die großen „Gs“ haben aktuell einen erheblichen Einfluss auf die Gestaltung unseres Alltags. Die Politik muss aber aufpassen, dass nicht auch bald das Wort Geschacher mit in die illustre Runde der goßen „Gs“ aufgenommen wird.

So langsam entsteht nämlich der Eindruck, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht mehr die dominante Rolle bei den politischen Entscheidungen spielen, wie sie es sollten. Denn wenn die Politik auf die Wissenschaft hören würde, könnten einmal mit Johnson & Johnson Geimpfte nicht ernsthaft weiter als vollständig geimpft gelten. Eine US-Studie kommt schließlich zu dem Ergebnis, dass die einfache „J&J“-Impfung nach sieben Monaten nur noch zu 13 Prozent vor Ansteckung schützt. Bei den Geboosterten reicht ein aufgefrischtes „G“, um sie von der Testpflicht zu befreien, bei Impfdurchbrüchen sind dagegen zwei „Gs“ nicht sicher genug. Transparente Erklärungen dazu gibt es kaum.

Klar, das Impfen ist wichtig, das Boostern entscheidend, um die Corona-Pandemie in Schach zu halten und Tests können Leben retten. Der Großteil der Bevölkerung steht hinter den Entscheidungen von Karl Lauterbach & Co. Dennoch muss die Politik dringend eine klarere Linie bei den Vorgaben rund um die großen „Gs“ ziehen. Denn sonst macht sie ungewollt ein „G“ größer, welches wirklich die Wenigsten wollen: das Geschwurbel.

Trotz möglicher "Super-Immunität": Impfdurchbrüche gelten nicht als geboostert

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Kommentare

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Martin Pfeifer

Was in Corona-Zeiten mit wieviel G geht, ist aus meiner Sicht schon längst kein Ergebnis einer wissenschaftlichen Betrachtung, sondern vor allem dem Einfluß irgendwelcher Lobby-Gruppen geschuldet. Warum darf ich mit 2G in eine Gaststätte, brauche aber 2G+ für ein Museum? Ein Museum dürfte es wesentlich einfacher haben, ein Hygenie-Konzept mit ausreichenden Abstand durch Begrenzung der gleichzeitigen Anzahl der Besucher#innen umzusetzen. Viele Museen haben die aus dem Einzelhandel bekannten 10 m² pro Person vermutlich auch vor der Pandemie gar nicht erreicht. Offensichtlich fehlt ihnen nur die Lobby in der Staatsregierung. Ein weiteres Beispiel ist der von Gerichten mittlerweile mehrfach erweiterte Umfang des täglichen Bedarfs. Auf dem Klageweg sind im Laufe der Zeit Bücher, Schuhe, Spielzeug und zum Schluß Bekleidung hinzugekommen. Alles Sachen, die man sich wirklich täglich kauft. Alles Sachen die man bei einem Schaden gleich durch etwas Neues ersetzen muß.

Außerdem frage ich mich schon seit einiger Zeit, ob die 16 Bundesländer eigentlich miteinander reden. Jedes Bundesland macht es im Detail anders. Da darf man sich dann nicht wundern, das in Niedersachsen 2G beim Einkaufen komplett weggeklagt wird. Man hätte ja mal in Bayern fragen können, wie die das formuliert haben.

Oder warum hat man in Schleswig-Holstein noch die Diskotheken und Clubs bis zum letzten Tag aufgelassen? In Bayern hat man schon Anfang Oktober gelernt, das 2Gplus nicht so sicher ist, das man eine Diskothek oder einen Club "wie vor der Pandemie" betreiben kann. Da mittlerweile auch mehr gefälschte Impfpässe im Umlauf sind, dürfte das Risiko noch größer sein. Schleswig-Holstein hat jetzt einige Hotspots und Super-Spreader-Events mit der Omikron-Variante.

Umgekehrt: warum darf man in Baden-Württemberg als Ungeimpfter keine Kleidungsstücke einkaufen? Da haben die doch irgendetwas besser gemacht, von dem man in Bayern lernen kann.

Es wäre sinnvoll, wenn der Bund die Corona-Beschränkungern zentral vorgibt. Aber das will vermutlich keiner der 16 Länderchefs. So wird jeder weiter sein eigenes Süppchen kochen. Zum Wohle des Volkes ist das sicher nicht.

02.01.2022