Nach Backbord, also links, wollte in der AfD nie jemand. Auch nicht Jörg Meuthen, der in den letzten Jahren verzweifelt versuchte, den stramm nach Steuerbord driftenden Dampfer – so gut, wie es eben ging – auf Kurs zu halten. Dem Chef der „Alternative für Deutschland“ fehlte eben diese am Ende: Der Kapitän Meuthen geht von Bord, weil die Meuterei der Hardliner erfolgreich war. Und jetzt? Für die Partei beginnt eine Fahrt in neue politische Gewässer – Zielhafen unbekannt.
Die AfD muss sich nun nämlich fragen, wohin die Reise nach rechts wirklich gehen soll. Denn: Alle noch so winzig kleinen Koalitions-Hoffnungen mit der Union oder der FDP scheinen sich nun endgültig erledigt zu haben. Mit Meuthen verliert die Partei ihren prominentesten Vertreter des Wunsches nach Bürgerlichkeit. Er brachte zwar auch Ansichten und Meinungen hervor, welche die Parteien der Mitte zum Großteil völlig zurecht ablehnen. Er hatte aber auch das Talent, seine Argumente wählbar klingen zu lassen. Erst beim zweiten Hinhören bröckelte die Fassade, die der verbal durchaus versierte Meuthen aufgebaut hatte.
Nun bleiben vor allem zwei Fragen: Wie viele Mitglieder der Meuthen-Crew gibt es in der AfD noch? Und werden sie die Partei nun auch verlassen? Konsequent wäre es, denn die Partei hat sich schließlich für einen Kurs entschieden, der für die Meuthen-Crew einfach nicht tragbar sein kann.













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