16.04.2019 - 10:29 Uhr
MitterteichDeutschland & Welt

Abbruchmaterial aus Gundremmingen nach Mitterteich

Abbruchmaterial aus dem Kernkraftwerk Gundremmingen soll auch in Mitterteich gelagert werden. Das Bundesumweltministerium nennt nun erstmals konkrete Zahlen. Einer, der sich auskennt, hat aber Zweifel.

Eine Lagerhalle des Zwischenlagers in Mitterteich.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Stefan Schmidt hat das Bundesumweltministerium erstmals Zahlen genannt, wie viel Abbruchmaterial aus dem rückgebauten Kernkraftwerk Gundremmingen im Zwischenlager Mitterteich eingelagert werden soll: "Wie mir das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit mitteilt, steht für radioaktive Abfälle aus dem Kernkraftwerk Gundremmingen ein Gebindevolumen von 7866 Kubikmetern zur Verfügung", schreibt Schmidt. Unklar ist, wie viel Material aus Gundremmingen sich schon heute in Mitterteich befindet. Laut Stefan Ide, Leiter des Lagers, ist es für schwach- und mittelradioaktive Stoffe aus den drei bayerischen Atomkraftwerken vorgesehen. Auch aus Gundremmingen werde seit 1987 Material eingelagert.

Auch aus diesem Grund äußert der Ingenieur sein Unverständnis für die Unruhe, die das Thema in der Region auslöst. Tatsächlich sehe die Abbruchgenehmigung für Gundremmingen vor, dass Material nach Mitterteich kommt. Die Genehmigung halte aber auch fest, dass in Gundremmingen neue Lagerkapazitäten geschaffen werden müssen, wenn in Mitterteich kein Platz mehr bleibt. "Eine Erweiterung in Mitterteich steht nicht im Raum." Weiter werde nur schwach- und mittelradioaktiver Abfall nach Mitterteich gebracht. Von hochradioaktiven Stoffen wie Brennstäben war nie die Rede.

Stefan Schmidt stellt in seiner Pressemitteilung die Berechnung an, dass eine Menge von etwa 29.000 zusätzlichen 200-Liter-Fässern nach Mitterteich kommen sollen, und dass damit die Kapazitätsgrenze erreicht wäre. Auch hier ist Ide vorsichtig. "Ich weiß nicht, woher die Zahlen kommen." Genehmigt seien bis zu 40.000 Gebinde, die Kapazität sei zu etwa 60 Prozent erreicht. Für 29.000 weitere Gebinde wäre kein Platz. Nicht richtig sei zudem, dass das Lager nur mehr Abfall aus Gundremmingen aufnehmen soll.

Stefan Schmidt und seine Landtagskollegin Anna Toman wollen weiter darauf drängen, die Sicherheit der Lagerstätte zu erhöhen, etwa durch Einschränkung des Flugbetriebs über der Anlage. Außerdem drängen sie auf einen Notfallplan für den Katastrophenfall. Es fehle zudem eine längerfristige Perspektive. "Wie lange soll der Müll aus Gundremmingen in Mitterteich eingelagert werden?"

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