Update 01.09.2026 - 03:10 Uhr

Mord an Rapper Tupac Shakur: Angeklagter schuldig gesprochen

Der Mord des Rappers Tupac Shakur hat über Jahrzehnte Stoff für Spekulationen geliefert. Nun gibt es ein Urteil. Fragen bleiben trotzdem offen.

Knapp 30 Jahre nach dem Mord an US-Rapper Tupac Shakur ist der frühere Gang-Anführer Duane Davis schuldig gesprochen worden. In einem Prozess in Las Vegas sahen es die Geschworenen als erwiesen an, dass der 63-Jährige als Drahtzieher für den Tod des Rappers verantwortlich ist.

Tupac Shakur war einer der einflussreichsten und erfolgreichsten Rapper der 1990er Jahre und gilt bis heute für den Hip-Hop als eine der prägendsten Figuren. Der für Hits wie „California Love“ und „Changes“ bekannte Musiker verkaufte weltweit Millionen Platten. Der damals 25 Jahre alte Rapper wurde am 7. September 1996 in einem Auto in Las Vegas angeschossen und starb sechs Tage später im Krankenhaus. Sein Einfluss auf Rapmusik und Popkultur reichte weit über seinen Tod hinaus.

Davis wird nicht beschuldigt, selbst auf Shakur geschossen zu haben. Die Staatsanwaltschaft sieht in dem früheren Anführer der Straßengang South Side Compton Crips vielmehr den Drahtzieher des tödlichen Angriffs. Nach Darstellung der Anklage organisierte er die Vergeltungsaktion und beschaffte die Waffe. Nach dem Recht des Bundesstaates Nevada kann auch jemand wegen Mordes verurteilt werden, der einem anderen bei der Tat hilft.

Verteidiger bezeichnet Davis' frühere Aussagen als erfunden 

Der frühere Gang-Anführer war 2023 in Las Vegas im Bundesstaat Nevada festgenommen und unter anderem wegen Mordes mit Gebrauch einer tödlichen Waffe angeklagt worden. Vor Gericht plädierte er auf nicht schuldig. 

Zuvor hatte er allerdings mehrfach öffentlich darüber gesprochen, dass er in dem weißen Cadillac gesessen habe, aus dem die Schüsse auf Shakur abgefeuert worden seien. Er sei der einzige Insasse, der noch lebe, hatte er in Interviews gesagt und auch in seiner Autobiografie geschrieben. Die tödlichen Schüsse habe aber sein Neffe abgegeben, sagte er 2008 in einem Verhör. 

Um die früheren Äußerungen zu entkräften, hatte Verteidiger Michael Sanft seinen Mandanten in dem Prozess als Lügner und Angeber dargestellt. Dieser habe viele Dinge erfunden, um daraus Kapital zu schlagen, argumentierte Sanft.

© dpa-infocom, dpa:260901-930-612237/3

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