Von den begehrten Medizinstudienplätzen in Bayern gehen immer mehr an Bewerber, die später bewusst auf dem Land arbeiten wollen. „Zum bevorstehenden Semesterstart können über die Landarztquote 182 künftige Landärztinnen und Landärzte ihr Studium beginnen“, sagte Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU). Das sind so viele wie noch nie. Weitere 14 Studienplätze gehen an Kandidatinnen und Kandidaten, die nach ihrem Abschluss im öffentlichen Gesundheitsdienst arbeiten wollen.
Die sogenannte Landarztquote sieht vor, dass bis zu acht Prozent aller Medizinstudienplätze in Bayern für Bewerberinnen und Bewerber vorgehalten werden, die später auf dem Land arbeiten: Diese müssen für mindestens zehn Jahre eine hausärztliche oder kinder- und jugendärztliche Tätigkeit in einer Region aufnehmen, die unterversorgt oder von Unterversorgung bedroht ist.
Medizin studieren auch ohne 1,0-Abi
„Der Arztberuf ist und bleibt einer der beliebtesten Berufswünsche für viele junge Menschen. Mit der Landarztquote eröffnen wir auch Bewerberinnen und Bewerbern ohne 1,0-Abitur den Weg ins Medizinstudium, wenn sie sich verpflichten, später dort tätig zu sein, wo der Bedarf an ärztlicher Versorgung besonders groß ist“, betonte Gerlach.
Seit Einführung der Landarztquote im Jahr 2020 haben nach Zahlen des Gesundheitsministeriums bereits 743 Studierende ein Studium über die Quote aufgenommen. Zum Wintersemester 2026/27 kommen nun die weiteren 182 dazu. Dafür haben sich in diesem Jahr rund 400 Interessierte beworben. Die ersten Hausärztinnen und Hausärzte werden nach ihrem Studium und der fachärztlichen Weiterbildung voraussichtlich 2031 ihre Arbeit aufnehmen.
Über die sogenannte ÖGD-Quote studieren mittlerweile 81 Studierende Humanmedizin an bayerischen Universitäten. Zum Wintersemester kommen die 14 weiteren hinzu. Für Studierende der ÖGD-Quote werden 1,8 Prozent aller Medizinstudienplätze vorgehalten. Sie verpflichten sich zu einer späteren Tätigkeit im öffentlichen Gesundheitsdienst. Das Programm läuft seit 2021.
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