Bei den Betrieben der bayerischen Metall- und Elektroindustrie mit ihren rund 880 000 Beschäftigten herrscht schlechte Stimmung. Nach einer aktuellen Umfrage der Branchenverbände VBM und Bayme wird die Geschäftslage nur noch von gut 20 Prozent der Unternehmen als gut bewertet. Im Sommer waren es noch doppelt so viele. Als Hauptgrund hat Verbandshauptgeschäftsführer Bertram Brossardt den spürbaren Rückgang der Aufträge aus dem In- wie dem Ausland ausgemacht. Zuletzt war die Produktion noch leicht gestiegen, weil dank nachlassender Lieferengpässe aufgestaute Aufträge abgearbeitet werden konnten. Dieser Sondereffekt läuft nun aus.
Die Erwartungen für die kommenden Monate bleiben nach den Worten Brossardts "pessimistisch". Er rechnet auch mit einem leichten Jobabbau in der Branche, vor allem in der Elektronikindustrie sowie bei den Autoherstellern und ihren Zulieferern. Neue Arbeitsplätze schaffen wollen dagegen Unternehmen in der IT-Branche und die Luft- und Raumfahrtindustrie. Wegen der aus ihrer Sicht schlechten Standortbedingungen in Deutschland planten laut Brossardt immer mehr Unternehmen, ihre Investitionen hierzulande zurückzufahren und ins Ausland zu verlagern.
Von der Politik forderte Brossardt deshalb eine "verlässliche Standortpolitik". Dazu zählten vor allem niedrigere Energiekosten, weniger Bürokratie und eine Deckelung der Sozialbeiträge bei maximal 40 Prozent. Zur Stabilität der Arbeitskosten müsse auch eine moderate Tarifrunde beitragen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Lage könnten bei den im Spätsommer 2024 startende Tarifverhandlungen mit der IG Metall "die Bäume nicht in den Himmel wachsen". Kritisch bewertete Brossardt den Haushaltskompromiss der Bundesregierung. Diese belaste Wirtschaft und Normalbürger, anstatt den "überbordenden Sozialstaat anzutasten".





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