Eine Rekordmenge an Borkenkäferschadholz hat im abgelaufenen Geschäftsjahr auf die Gewinne der Bayerischen Staatsforsten (BaySF) gedrückt. Der Jahresüberschuss brach von 68,4 auf 20,2 Millionen Euro ein. Insgesamt holte das Unternehmen rund fünf Millionen Festmeter Holz aus seinen Wäldern, gut drei Millionen davon waren Schadholz. Zwei Drittel davon wiederum mussten aufgrund zu trockener und warmer Witterung wegen Borkenkäferbefall entnommen werden - am meisten betroffen war erneut der Frankenwald -, der Rest entfiel auf Schneebruch und Sturmschäden. "Der Klimawandel hat in seiner ganzen Breite zugeschlagen", bilanzierte BaySF-Vorstand Rudolf Plochmann.
Nach Angaben von Vorstandschef Martin Neumeyer haben die Staatsforsten einen großen Teil des Schadholzes eingelagert, um den Marktpreis für Holz nicht abstürzen zu lassen. Durch diese strategische Entscheidung habe der Holzpreis einigermaßen stabil gehalten werden können, wovon auch die Privatwaldbesitzer profitiert hätten. "Wir werden auch künftig den Holzeinschlag je nach Marktlage begrenzen oder erhöhen", kündigte Neumeyer an. Fortgesetzt wird der Umbau in klimatolerantere Wälder. Im Frankenwald trage die Wiederaufforstungsstrategie mit mehr als 40 verschiedenen Baumarten bereits erste Erfolge, berichtete Plochmann. Jährlich würden dort bis zu 300 Hektar neu bepflanzt.
Um die hohe Abhängigkeit vom Holzmarkt und den Auswirkungen des Klimawandels zu reduzieren, wollen die Staatsforsten ihre anderen Geschäftsfelder weiter ausbauen. Im Vordergrund steht dabei die Windenergie. Um das Ziel von 500 Windrädern in den Staatsforsten bis 2030 zu erreichen, wolle man die gestiegene Nachfrage nach Standorten möglichst rasch abarbeiten, sagte Neumeyer. Im kommenden halben Jahr würden die Auswahlverfahren für sechs neue Windparks in ganz Bayern abgeschlossen. Zu konkreten Standorten äußerte sich Neumeyer mit Blick auf die laufenden Verhandlungen mit Kommunen noch nicht. Insgesamt strebt das Unternehmen an, einmal 20 Prozent des Umsatzes aus der Windenergie zu erzielen.
Für das laufende Geschäftsjahr erwarten die Staatsforsten wieder ein positives Ergebnis. Die überdurchschnittlich hohen Niederschläge in Frühjahr und Sommer hätten den Anfall an Borkenkäferholz im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte reduziert, erklärte Plochmann. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) kündigte als BaySF-Aufsichtsratschef die Fortsetzung der intensiven Bewirtschaftung der Staatswälder an. Diese sei Garant dafür, "dass der Wald stabil bleibt und seine Gemeinwohlfunktionen erfüllen kann". Der bewirtschaftete Wald sei auch klimafreundlicher. Aiwanger folgerte daraus eine "klare Absage an Stilllegungsfantasien" sowie die Ausweisung zusätzlicher Schutzgebiete auf Flächen der Staatsforsten.



















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.