Die Pläne für ein neues Konzerthaus von Weltrang in München werden komplett neu aufgesetzt. Das beschloss der Ministerrat auf seiner Sitzung am Dienstag. Statt der aktuell veranschlagten 1,3 Milliarden soll das Projekt dann maximal 500 Millionen Euro kosten. "Das Konzerthaus kommt, aber aus einem Milliarden- wird ein Millionenprojekt", erklärte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Außerdem soll das Vorhaben nicht komplett aus dem Staatshaushalt finanziert werden. Über eine noch zu gründende Projektgesellschaft soll auch privates Kapital aktiviert werden. Die Staatsregierung setzt damit die in ihrem Koalitionsvertrag vereinbarte "Redimensionierung" des Vorhabens um.
Kunstminister Markus Blume (CSU) betonte, am Herzstück des Projekts, einem "exzellenten Konzertsaal für 1900 Besucher", werde es qualitativ keine Abstriche geben. Man werde beim Bau des Gebäudes im Münchner Werksviertel aber nur realisieren, was zwingend notwendig sei. "Bei den Extras wird etwas reduziert, das Drumherum wird weniger", führte Söder dazu aus. Nicht alles, was man sich bei den ersten Planungen 2015 "deluxe überlegt" habe, sei heute noch finanziell umsetzbar.
Konkret soll unter anderem auf den zusätzlichen Kleinen Konzertsaal verzichtet und das Raumkonzept für Büro- und Lagerflächen abgespeckt werden. "Die vorgeschlagene Neuplanung sieht weiterhin 100 Prozent Erlebnis für das Publikum bei zwei Dritteln des Raumprogramms und einer Halbierung der Baukosten vor – das ist unser Versprechen", sagte Blume. Als Fertigstellungsdatum nannte er das Jahr 2036. Das Konzerthaus soll die neue Heimat des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks werden, aber auch anderen bayerischen Spitzenensembles wie den Bamberger Symphonikern sowie internationalen Top-Künstlern aus den Bereichen Klassik, Jazz und Pop offen stehen.
Ergänzend billigte der Ministerrat auf Vorschlag Blumes eine "Museumsoffensive" für die staatlichen Museen und ihre Zweigstellen in ganz Bayern. Sie sollen zu "attraktiven Erlebnis- und Begegnungsorten" weiterentwickelt werden und damit mehr und neue Besucher anlocken. "Wir wollen, dass Kultur in Bayern kein Eliten-, sondern ein Gemeinschaftsprojekt für alle wird", erläuterte Blume. Profitieren werden von dem neuen Konzept, das mit zusätzlichem Geld und Stellen ausgestattet wird, unter anderem das Museum für Franken in Würzburg, das Porzellanikon in Selb und Hohenberg, das Internationale Keramikmuseum in Weiden sowie das Thurn-und-Taxis-Museum in Regensburg. Konkret sollen alle Einrichtungen mit einem Online-Ticket-System und flächendeckendem WLAN ausgestattet werden. Außerdem sind künftig museumsübergreifende Sonderausstellungen und die Neukonzeption der Dauerausstellungen geplant. Neu eingerichtet wird auch ein museumspädagogisch entwickelter Kulturbus, der in ganz Bayern unterwegs sein und vor allem junge Menschen ansprechen soll.













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