München
12.07.2023 - 16:42 Uhr

Modellprojekt beim SSV Jahn Regensburg: Mehr Sicherheit im Stadion

Für ein sicheres Stadionerlebnis wollen Vereine, Polizei und Fans enger zusammenrücken. Gelingen soll das durch Stadionallianzen. Das Modell wird unter anderem beim SSV Jahn Regensburg erprobt und zeigt schon erste Erfolge.

Der SSV Jahn nimmt mit dem Jahnstadion am Pilotprojekt "Bayerische Stadionallianz" teil. Symbolbild: Ulrich Gamel/dpa
Der SSV Jahn nimmt mit dem Jahnstadion am Pilotprojekt "Bayerische Stadionallianz" teil.

Stadionbesuche im Profi-Fußball in Bayern sollen für Besucher noch sicherer werden. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte bei einer Pressekonferenz in der Münchener-Allianz-Arena an, das seit einem Jahr laufende Pilotprojekt "Bayerische Stadionallianz" auf weitere Vereine auszudehnen. Derzeit wird es unter Einbeziehung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) beim FC Bayern München und dem SSV Jahn Regensburg erprobt. Das Projekt sieht die engere Abstimmung von Vereinen, Sicherheitsbehörden und Fangruppen vor.

"Wir wollen, dass auch Familien mit Kindern ohne Angst vor Gewalttaten ein Fußballspiel besuchen können", erklärte Herrmann. Man setze daher auf Gewaltprävention innerhalb und außerhalb der Stadien sowie auf die Verhinderung von Störungen durch den Einsatz von Pyrotechnik. Durch gezieltere Absprachen soll auch die "extreme Einsatzbelastung" der Polizei bei Spielen reduziert werden. Die Einsatzstunden im Umfeld von Profi-Spielen seien "noch immer viel zu hoch", betonte Herrmann. Die Stadionallianzen sollen deshalb auch auf Vereine in der 3. Liga ausgeweitet werden.

Der Vorstandschef des SSV Jahn Regensburg, Hans Rothammer, hob das Eigeninteresse der Vereine an störungsfreien Fußballspielen hervor. Die Kosten für den Staat müssten reduziert werden, bevor es doch dazu komme, dass den Vereinen Rechnungen für die Polizeieinsätze gestellt würden. "Das wäre für viele Vereine existenzgefährdend", sagte er. In Regensburg seien die Erfolge der Stadionallianz bereits spürbar. Durch die regelmäßigen Gespräche auf Augenhöhe zwischen Vereinen, Einsatzkräften und Fangruppen sei eine neue Vertrauensbasis entstanden. Der Oberpfälzer Polizeivizepräsident Robert Fuchs erklärte, bei den Treffen würden den Fangruppen die Einsatzkonzepte der Polizei erläutert und damit Vorbehalte abgebaut. Zudem passe die Polizei im Sinne der Deeskalation ihr Auftreten nach Rückmeldungen der Fans an. Auch Fuchs begrüßte die meist entspannte Gesprächsatmosphäre: "Man begrüßt sich inzwischen per Handschlag", berichtete er.

 
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