München
11.09.2026 - 15:51 Uhr

Morddrohung gegen Charlotte Knobloch nach AfD-Wahlsieg

Nach dem Erfolg der AfD in Sachsen-Anhalt wird die Präsidentin der Israelitischen Gemeinde München und Oberbayern zum Opfer einer Gewaltandrohung. Die 93-Jährige zieht daraus Konsequenzen.

Die Präsidentin der Israelitischen Gemeine in München und Oberbayern wurde nach dem AfD-Wahlsieg mit dem Tod bedroht. (Archivbild) Bild: Sven Hoppe/dpa
Die Präsidentin der Israelitischen Gemeine in München und Oberbayern wurde nach dem AfD-Wahlsieg mit dem Tod bedroht. (Archivbild)

Nach einer Morddrohung hat die bundesweit bekannte Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, ihre Teilnahme an einer Veranstaltung abgesagt. Ein Zeuge hatte am Donnerstag auf einer Parkbank und einem Mülleimer im Englischen Garten der Landeshauptstadt die hingeschmierte Drohung entdeckt und die Polizei informiert, wie das Präsidium mitteilte. Zuvor hatte die „Abendzeitung“ darüber berichtet.

Die Gewaltandrohung stand in explizitem Zusammenhang mit dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt, wie eine Sprecherin auf Nachfrage schilderte. Die Kultusgemeinde bestätigte, dass es sich bei der namentlich genannten bedrohten Person um Knobloch handelte. Die 93 Jahre alte Vorkämpferin gegen Antisemitismus und frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden habe daraufhin ihre Teilnahme für eine am Abend geplante Veranstaltung abgesagt.

Inzwischen ermittelt der Staatsschutz. Die Polizei bittet Zeugen um Hinweise, wer die weiße Schrift angebracht haben könnte.

© dpa-infocom, dpa:260911-930-671452/1

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