Erbendorf
11.09.2026 - 12:08 Uhr
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Schwammerlglück im Steinwald: Erbendorfer freut sich über 7 Kilo schweren Riesenpilz

Hellauf begeistert ist Dirk-Felix Lang. Vom Schwammerlsuchen im Steinwald kehrte der Erbendorfer mit einer großen Ausbeute zurück. Dazu zählte auch ein rund sieben Kilogramm schwerer Riesenpilz – eine Seltenheit, wie ein Experte bestätigt.

„Ein traumhafter Waldtag“ – dieses Fazit zieht Dirk-Felix Lang aus Erbendorf nach einem Ausflug in den Steinwald. Mit einem „prall gefüllten Pilzkorb“ kehrte der leidenschaftliche Schwammerlsucher am Mittwoch von einem Waldspaziergang zurück, wie er gegenüber Oberpfalz-Medien berichtet. „Mit so einer Ausbeute hätte ich nicht gerechnet“, betont Lang. Ganz besonders freut er sich über einen Riesenpilz, den er direkt neben einem stattlichen Baum entdeckt habe: eine fast 40 mal 40 Zentimeter breite, 20 Zentimeter hohe und rund sieben Kilogramm schwere Krause Glucke, auch bekannt als Fette Henne.

„Sie ist die Größte, die ich je gesehen habe“, sagt der erfahrene Pilzsammler. Normalerweise liege das Gewicht im Bereich von zwei bis fünf Kilogramm. Womöglich sei im Steinwald noch nie ein größeres Exemplar dieser Art gefunden worden, meint der Erbendorfer. „Sie war auch kerngesund, unglaublich“, ergänzt Lang. Seit gut 30 Jahren ziehe es ihn jeweils in der Herbstzeit regelmäßig zum Schwammerlsuchen in den Steinwald. „Schon als Kind war ich früher dort mit meinen Eltern unterwegs.“

Bekannte und seltene Arten

Ins Schwärmen gerät Lang nicht nur, wenn er über seinen Riesenfund erzählt. „Wunderschöne Steinpilze wuchsen direkt an einem Bach, schauten teilweise aus dem Wasser heraus.“ Dies sei wohl das Ergebnis der längeren Trockenheit und der durch Regen angestiegenen Pegel, so seine Einschätzung. „Auch Rotkappen von besonderer Schönheit standen dicht an dicht im Fichten-Dickicht und warteten darauf, in den Korb zu wandern.“

Lang berichtet auch von eher seltenen Pilzarten, die „überall im Wald“ standen. Als Beispiel nennt er den nur etwa einen Zentimeter großen Gemeinen Tiegelteuerling, auch bekannt als Brotkorb oder Vogelnestpilz. „Bedingt essbar, aber absolut faszinierend“, sagt Lang über diesen Champignonverwandten.

Mit seiner riesigen Fetten Henne sowie zahlreichen Rotkappen, Birkenpilzen und Steinpilzen sei der gelernte Koch dann nach Hause gegangen, um ein „leckeres Schwammerlmahl“ zuzubereiten. Wo genau seine „Geheimplätze“ zu finden sind, verrät Lang natürlich nicht. „In der Nähe von Friedenfels“, lässt er auf die Frage wissen, in welcher Ecke des Steinwalds er denn unterwegs war.

Vorsicht bei Verfärbung

Wie bewertet ein Experte den Riesenfund und die vor Ort beschriebenen Bedingungen? „Sie ist schon außergewöhnlich groß“, bestätigt Philipp Sikorra aus Selb (Landkreis Wunsiedel) auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien zur sieben Kilo schweren Krausen Glucke. Der geprüfte Pilzsachverständige und Feldmykologe der Deutschen Gesellschaft für Mykologie räumt ein, selbst noch nie ein Exemplar dieser Größe gefunden zu haben. Das Potenzial für ein solches Wachstum sei aber grundsätzlich gegeben – unter bestimmten Bedingungen. „Meistens werden sie vorher abgeschnitten“, gibt Sikorra zu bedenken. Tief im Wald etwa, unentdeckt von Menschen, könnten sich die Pilze aber mitunter maximal entfalten.

Auch wenn die Freude über die Riesen-Krause-Glucke aus dem Steinwald berechtigt sei – der Sachverständige macht deutlich, dass man bei groß gewachsenen Pilzen generell vorsichtig sein sollte, vor allem bei Steinpilzen. „Bei großen Exemplaren hat oft schon der Eiweißzersetzungsprozess begonnen“, erklärt Sikorra. Der Schwamm sollte beim Sammeln noch weiß sein. Stehen lassen sollte man den Pilz, wenn schon eine gelbliche oder noch dunklere Verfärbung erkennbar sei. „In diesem Zustand werden sie noch massenweise gesammelt“, bedauert Sikorra und verweist auf die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung. Eine Krause Glucke neige dagegen nicht so schnell zur Zersetzung, so der Sachverständige.

Ideale Bedingungen

Ansonsten zeigt sich auch der Experte aus Selb begeistert von den seit rund einer Woche herrschenden Bedingungen, die ideal für das Pilzwachstum seien. „Aktuell ist es unfassbar gut“, betont Sikorra. Nach Trockenheit und Hitze im August hätten die wiederholten Regenschauer ihre Wirkung gezeigt. „Wir tragen kiloweise Steinpilze aus dem Wald.“

Zu beobachten sei derzeit auch eine großartige Vielfalt an Pilzen. „Wir haben 102 verschiedene Arten gezählt“, berichtet Sikorra von einer Gruppentour im Fichtelgebirge. Als „sehr besonders, sehr selten“ bezeichnet der Sachverständige in dem Zusammenhang die von Dirk-Felix Lang im Steinwald entdeckten Exemplare des Gemeinen Tiegelteuerlings.

Zubereiten wie ein Schnitzel

Dirk-Felix Lang legt allen Freunden der Krausen Glucke noch ein Rezept ans Herz. Der seiner Meinung nach sehr schmackhafte Pilz lasse sich wie ein Kalbsschnitzel zubereiten, informiert der gelernte Koch. „Pilz gut waschen, in Scheiben schneiden, salzen und pfeffern. Dann panieren mit Mehl, Ei und Semmelbröseln und in einer Pfanne mit Butterschmalz ausbacken.“

Auf die gebackenen Scheiben könne Kräuterbutter in Flocken gegeben werden, so Lang weiter. Danach sollten die Pilzscheiben für drei bis fünf Minuten bei 180 Grad im Ofen fertig gebacken werden. Langs abschließender Tipp zum Anrichten auf dem Teller: „Etwas frisch gehobelten Parmesan und Petersilie darüberstreuen.“

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