München
30.03.2026 - 05:01 Uhr

Studie: Bayern liegt bei Gigabit-Ausbau zurück

Die Versorgung mit schnellem Internet hat sich laut einer Studie in Bayern stark verbessert. Doch bei den bisher vor allem für Unternehmen wichtigen Gigabit-Verbindungen liegt der Freistaat zurück.

Beim Glasfaserausbau liegt Bayern nach einer Studie der bayerischen Wirtschaft hinter dem restlichen Deutschland zurück. (Archivbild) Bild: Pia Bayer/dpa
Beim Glasfaserausbau liegt Bayern nach einer Studie der bayerischen Wirtschaft hinter dem restlichen Deutschland zurück. (Archivbild)

Bayern liegt nach einer Studie der bayerischen Wirtschaft beim Ausbau der vor allem für Unternehmen wichtigen Glasfaser- und Gigabit-Anschlüsse in ländlichen Regionen hinter dem restlichen Deutschland zurück. Ansonsten hat der Freistaat beim Breitband-Ausbau mittlerweile eine bessere Versorgung als im Bundesdurchschnitt erreicht, wie es in der neuen Untersuchung heißt.

Nachholbedarf außerhalb der Ballungsräume

Demnach ist die Verfügbarkeit von superschnellen Gigabit-Anschlüssen mit einer Datenkapazität von über 1.000 Mbit pro Sekunde in Bayern in den Ballungsräumen höher als im Bundesdurchschnitt, in Gemeinden von mittlerer Besiedlungsdichte und in dünn besiedelten ländlichen Regionen aber schlechter. Im bayernweiten Mittel sind Gigabit-Anschlüsse demnach für 70,5 Prozent der Unternehmen verfügbar, im Bundesschnitt jedoch für 73,8 Prozent. Berechnet hat diese Zahlen im Auftrag der vbw das Beratungsunternehmen IW Consult, eine Tochter des Wirtschaftsforschungsinstituts IW Köln. Gigabitanschlüsse sind bisher vor allem für Firmen mit hohem Datenvolumen von Bedeutung.

Glasfaserausbau in Bayern wegen niedrigerer Siedlungsdichte schwieriger

Ähnlich sieht es bei den superschnellen Internetverbindungen für Privathaushalte aus: 72,9 Prozent in Bayern versus 79 Prozent im Bundesschnitt. Die Autoren führen das im Wesentlichen auf die im Bundesvergleich niedrigere Bevölkerungsdichte zurück - was beim Glasfaserausbau bedeutet, dass in Bayern im Vergleich zu den meisten anderen Bundesländern mehr Kabel verlegt werden müssen, um alle Gemeinden zu erreichen.

Über zwei Drittel der bayerischen Landesfläche (68,3 Prozent) entfallen demnach auf gering besiedelte Gemeinden, im Bundesschnitt: sind es gut 61,3 Prozent. Da die Nutzung von KI und Clouddiensten für Datenspeicherung und -verarbeitung zunimmt, erwartet die Fachwelt weiter steigenden Bedarf an Gigabit-Verbindungen.

Grundversorgung mittlerweile gut

Bei der Breitband-Grundversorgung mit Datenübertragungsgeschwindigkeiten von 100 MBit/s steht Bayern jedoch laut Studie mittlerweile besser da als die übrigen 15 Bundesländer. „Vor allem im ländlichen Raum hat sich die Situation in den vergangenen Jahren enorm verbessert“, sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Aber bei allen Fortschritten gilt: Der Freistaat muss Kurs halten und sein hohes Ausbautempo weiter steigern.“

Finanzminister Albert Füracker (CSU) betonte, dass die Staatsregierung seit 2014 bereits über 2,7 Milliarden Euro in den Glasfaserausbau investiert habe, so viel wie kein anderes Bundesland. „Wir wollen alle ländlichen Regionen umfassend an das Gigabit-Netz anbinden, um gleiche Verhältnisse bei der digitalen Infrastruktur in Stadt und Land zu schaffen“, sagte der CSU-Politiker.

© dpa-infocom, dpa:260330-930-883596/1

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