28.06.2018 - 19:07 Uhr
NabburgDeutschland & Welt

Kostspielige Heimflüge für deutsche Fans

Michael Hösl aus Nabburg war beim deutschen WM-Aus in Kasan dabei. "Rückflüge sind die nächsten Tage schwer", berichtet er.

Noch gut drauf: Michael Hösl im Stadion von Kasan – vor dem Spiel gegen Südkorea.
von Julian Trager Kontakt Profil

In einem Punkt waren sich die Spieler der deutschen Nationalmannschaft und die Fans, die sie bei der WM unterstützten, am Tag nach dem WM-Aus einig: Sie alle wollten möglichst schnell raus aus Russland. Während die Fußballer bequem per Sondermaschine in die Heimat flogen, haben viele Fans Probleme. "Rückflüge sind die nächsten Tage schwer und vor allem nur teuer zu bekommen, da fast jeder nun nach Hause fliegt", berichtet der Nabburger Michael Hösl aus Kasan, dem Ort des deutschen Ausscheidens.

Der 25-jährige Fußballfan hatte das DFB-Team in der Vorrunde vor Ort begleitet. Und wäre im allerbesten Fall bis zum Finale geblieben. Tickets für alle möglichen deutschen Spiele hatte er. Nun endet seine Russlandreise am Sonntag. Am Donnerstag reiste er von Kasan nach Sankt Petersburg, Hotel und Flug waren bereits gebucht. Weil dort in den nächsten Tagen nicht gekickt wird, beschränken sich Hösl und seine drei Oberpfälzer Mitstreiter auf die Kultur. Sehenswürdigkeiten besuchen statt Fußball schauen. "Die Stadt hat ja einiges zu bieten." Zum Beispiel auch Bier. In fast jeder Kneipe gebe es deutsches Bier. "Aber auch das russische schmeckt vorzüglich, so dass man es schon gut dort aushalten kann." Am Sonntag geht's dann über Griechenland zurück nach Nürnberg.

Zum 0:2 gegen Südkorea sagt er: "Es war historisch, aber auch sehr, sehr ernüchternd bei so etwas Einzigartigem in der Historie des deutschen Fußballbundes dabei gewesen zu sein." Die deutschen Fans im Stadion hätten unterschiedlich auf die Niederlage reagiert. "Einige mit Wut, die anderen mit bitterer Enttäuschung." Die meisten seien sich aber bereits im Vorfeld einig gewesen, dass die Mannschaft diesmal nicht viel reißen wird. "Manche Spieler waren einfach nicht hungrig genug, den Titel holen zu wollen." Als deutscher Fan musste sich Hösl auch die eine oder andere Spöttelei anhören. "Es gab durchaus einheimische und brasilianische Fans, die sich über das Ausscheiden sehr, sehr gefreut haben." Viele hätten sich aber auch fair verhalten.

Auf etwaigen Kosten blieben die vier Oberpfälzer übrigens nicht sitzen. "Man konnte nur von Spiel zu Spiel buchen, wegen den unterschiedlichen Spielorten für die Gruppensieger und Gruppenzweiten." Die Tickets waren zwar bereits alle gekauft, aber das sei kein Problem. "Das Geld gibt's zurück", sagt Hösl.

Trotz der sportlichen Enttäuschung, des damit verbundenen Spotts anderer Fans und der abgekürzten Reise hat sich sein Trip nach Russland definitiv gelohnt, meint der Nabburger. "Weil man bei bestem Wetter und strahlendem Sonnenschein sehr viel Kulturelles gesehen hat." Auch die neu gebauten Stadien haben ihn beeindruckt. Und überhaupt die Gastgeber, von ihnen kann er nur positiv sprechen: "Die waren extrem freundlich gegenüber uns Touristen."

Weiden in der Oberpfalz
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