Oberpfälzer geben den Fasching nicht auf

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Faschingsumzüge und Prunksitzungen könnte es im nächsten Jahr nicht geben - das befürchtet Gesundheitsminister Jens Spahn. Aber nicht alle haben die Faschingssaison 2020/21 abgeschrieben, auch in der Oberpfalz gibt es noch Optimisten.

Der Faschingszug in Neustadt/WN soll 2021 auf jeden Fall nicht vorsorglich abgesagt werden, sagen die Verantwortlichen.
von Mareike Schwab Kontakt Profil

Gesundheitsminister Jens Spahn hat mit seiner skeptischen Äußerung zur Faschingssaison 2020/21 bundesweit eine hitzige Debatte angestoßen. Faschings- und Fastnachts-Verbände in Bayern hoffen nun, dass die fünfte Jahreszeit wegen der Coronakrise nicht komplett abgesagt wird. Ein bundesweites Verbot wäre voreilig, kritisierte Arthur Troidl, Präsident des Landesverbands Ostbayern im Bund Deutscher Karneval (BDK), gegenüber der Deutschen Presseagentur. "Für alle Aktiven und Verantwortlichen würde es einen Schlag ins Gesicht bedeuten!" Die oberpfälzischen Faschingsverbänden sind sich bei diesem Thema jedoch nicht alle einig.

Einige haben schon jetzt ihre Veranstaltungen abgesagt. So auch die Faschingsgesellschaft Nabburg. „Wir wollen nicht als neuer Corona-Hotspot in der Zeitung stehen. So sehr ich meinen Fasching liebe, Gesundheit geht vor“, erklärte die Präsidentin der Faschingsgesellschaft, Gerlinde Graja. Fasching sei zudem unter den aktuellen Hygiene-Auflagen für die Nabburger einfach nicht rentabel. Die Faschingsgesellschaft hat deshalb beschlossen, alles in die Saison 2022 zu verschieben. Die Garde trainiert trotzdem in abgespeckter Form für mögliche Privatveranstaltungen. Ähnlich sieht es auch in Plößberg aus. Die Faschingsgesellschaft im Landkreis Tirschenreuth hatte bereits vor der bundesweiten Debatte alle Veranstaltungen abgesagt. Etwas optimistischer sieht es noch der Vize-Präsident in Stulln, Reinhard Schönberger. Die Faschingsgesellschaft im Landkreis Schwandorf steckt schon mitten in den Vorbereitungen. Da durch die Coronakrise für den Verein einige Einnahmen weggefallen sind, wird allerdings nur ein kleines Faschingsprogramm vorbereitet. "Wir müssen planen. Aber eigentlich befürchten wir alle, dass Fasching so nicht stattfinden kann", sagt Schönberger.

In Neustadt an der Waldnaab wird hingegen die Faschingssaison 2020/21 fleißig vorbereitet. Erste Bands sind bereits gebucht, und die neuen Prinzenpaare wurden gewählt. "Wir sagen Fasching nicht ab. Wenn die Regierung ein Verbot ausspricht, dann halten wir uns dran. Ansonsten wird Fasching in Neustadt gefeiert", sagt der erste Vorsitzende des Neustädter Faschingszug e.V., Jürgen Trescher. Als einer der größten Vereine im Landesverband Ostbayern sind die Neustädter besonders für ihren Faschingsumzug bekannt. Laut Trescher sei Fasching Brauchtumspflege, Tradition und somit auch eine Kulturveranstaltung. Besonders in diesen Zeiten sei Kultur wichtig. Natürlich liege auch den Neustädtern die Gesundheit aller Beteiligten am Herzen. „Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet und werden uns an alle Hygieneauflagen halten", betont Trescher. In vier Monaten könne sich die Corona-Lage auch wieder komplett ändern. Auch Arthur Troidl vom Landesverband Ostbayern betont gegenüber der Deutschen Presseagentur, dass durch ein voreiliges Verbot "alle Mühen, neue Ideen und Entwicklungen einfach abgewürgt würden". Mitglieder könnten die Motivation verlieren und die Vereine verlassen, die schon jetzt mit finanziellen Einbußen zu kämpfen hätten.

Gesundheitsminister Spahn skeptisch wegen Fasching 2021

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