Nürnberg
02.08.2026 - 16:07 Uhr

72 Stunden Posaunenmusik – Nürnberg wagt Weltrekordversuch

Mehr als 1.800 Musiker kämpfen mit wenig Schlaf und perfekter Choreografie um einen Weltrekord. Wie lief das XXL-Konzert ab? Und ist das Vorhaben geglückt?

72 Stunden ununterbrochen Posaunenmusik - dieses sehr ungewöhnliche Erlebnis ist in Nürnberg zu hören gewesen. Mit einem drei Tage langen Posaunenkonzert wollten rund 1.800 Bläserinnen und Bläser bis Sonntagmorgen einen Weltrekord aufstellen. „Wie ein Uhrwerk lief das durch und um 9.00 Uhr haben wir gejubelt“, freute sich der Organisator Thomas Engelbrecht vom Verband evangelischer Posaunenchöre in Bayern. Nun hoffen alle, dass das Rekord-Institut Deutschland den Weltrekord in der Jakobskirche offiziell bestätigt. 

Seit Donnerstagvormittag erklangen neben Posaunen auch Trompeten, Hörner und andere Blechblasinstrumente - live, nach einer genauen Choreografie. Drei Gruppen spielten 90 Minuten lang immer abwechselnd, danach folgten die nächsten drei Gruppen. Der Übergang musste nahezu nahtlos sein. Proben konnten das die mehr als 140 Posaunenchöre aus ganz Bayern vorher nicht. 

Auch der evangelische Landesbischof Christian Kopp freute sich. „Musik verbindet“, schrieb er auf Instagram. Und der Posaunenchor-Verband jubelte: „We did it!!!“. Das sei allerdings kein Erfolg Einzelner gewesen. „Danke an alle, die mitgespielt, mitgeholfen und mitgefiebert haben!“

Klangteppich und kaum Schlaf 

Engelbrecht ist sicher: „Wir haben es geschafft!“ Probleme habe es keine gegeben, weder sei ein Posaunenchor nicht gekommen, noch sei der Strom ausgefallen. Er selbst fand in den drei Tagen jedenfalls kaum Ruhe. Er habe nur insgesamt 7,5 Stunden geschlafen, erzählt er. Und das mit beständigen Posaunenklängen. „Diesen Klangteppich hat man jetzt die ganze Zeit im Hinterkopf“, berichtet er. „Jetzt muss man erst mal wieder ankommen im Alltag.“ 

Mit einem Gottesdienst mit vielen Besucherinnen und Besuchern endete der Weltrekordversuch am Sonntagmorgen. Engelbrecht musste den Musik-Marathon während der gesamten drei Tage mit Fotos, Videos und Unterschriften von Teilnehmenden dokumentieren. Diese Unterlagen gehen nun zur Prüfung an das Rekord-Institut für Deutschland. Das Institut wird eigenen Angaben nach ein bis zwei Werktage brauchen, um das Ergebnis offiziell zu bestätigen. 

Ein Weltrekord für das längste durchgehende Posaunenkonzert lag bisher nicht vor. 2023 gab es aber ein 24-stündiges Posaunenkonzert in Hamburg.

© dpa-infocom, dpa:260802-930-474632/1

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