07.02.2020 - 13:11 Uhr
NürnbergDeutschland & Welt

Wenn Elvis zur Drag Queen mutiert

Eigentlich wissen wir, dass er 1977 nicht gestorben ist. Es gibt im Internet 20 Beweise dafür, dass Elvis lebt. Doch wo hält er sich auf? Was ist aus ihm geworden? Spätestens seit "The Legend of Georgia McBride" gibt es neue Erkenntnisse

Die herzergreifend-schräge Komödie "The Legend of Georgia McBride" wartet mit rasanten Showeinlagen, Tanz, Gesang und jeder Menge Glitzer auf! Im Bild (v.li.n.re.): Tänzer, Süheyla Ünlü (Jo), Yascha Finn Nolting (Casey), Tänzer, Maximilian Pulst (Rexy), Pius Maria Cüppers (Miss Tracey Mills), Michael Hochstrasser (Eddie), Tänzer.
von Günter KuschProfil

Nachdem der King mit seinen Songs keinen Boden mehr gut machte, suchte er sich eine neue Herausforderung. Kurzerhand tauschte er seinen Jumpsuit gegen Glitzerfummel und mutierte zur erfolgreichen Drag-Queen. Doch einmal ehrlich: Casey ist nur ein Elvis-Imitator. Seine Auftritte in einer heruntergekommenen Bar am Panama Beach stoßen nicht unbedingt auf Interesse. Die Ehefrau ist schwanger, der Vermieter droht mit Kündigung, dann verliert er auch noch den Job - jetzt heißt es "Kohle besorgen - komme, was da wolle". Sicher, auf den ersten Blick erinnert diese Story von Matthew Lopez aus dem Jahr 2015 an "Ladies Night", wo Stahlarbeiter aus Geldsorgen zur Strippern werden. Auch bei Regisseur Christian Breys Drag-Show stehen Tempo und heiße Rhythmen im Mittelpunkt. Und auch hier zieht sich ein Motto wie ein roter Faden durch die Inszenierung: Sei der, der Du sein willst!

Es sind drei Punkte, die "The Legend of Georgia McBride" (nach Breys witziger "Komödie mit Banküberfall") in Nürnberg zum Publikumsrenner machen. Erstens die wunderbare Drehbühne (Anette Hachmann), von deren Front ein riesiger Fuchs mit leuchtenden Augen den Zuschauern aufwartet und deren Rückseite erhellende Einblicke ins Garderoben-Leben gewährt. Zweitens die schnulzig-schönen Songs, von Dolly Parton, den "Weather Girls" und Edith Piaf bis hin zu Barbara Streisand - perfekt lippensynchron präsentiert. Und drittens die professionellen und schrillen Auftritte von Drag-Queen Miss Tracy Mills, mit denen Pius Maria Cüppers magisch in den Bann zieht.

Am Schluss gibt es stehende Ovationen und rhythmisches Mitklatschen auf seiten des Publikums - und die feste Überzeugung: Mag auch Elvis tot sein, den "Queen of Drags" ist auf der Nürnberger Bühne ein langes Leben garantiert.

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