14.03.2019 - 14:14 Uhr
NürnbergDeutschland & Welt

Kitsch und Schmalz der schönen Art

Bühnenshow „Dirty Dancing“ noch bis Samstag in der Nürnberger Frankenhalle

Dem Ensemble von "Dirty Dancing" gelingen auch in Nürnberg die Hebefiguren.
von Holger Stiegler (STG)Profil

„Mein Baby gehört zu mir!“, „Ich habe eine Wassermelone getragen!“ oder „Ich liebe es, wenn dein Haar vom Winde verweht wird“: Das sind Sätze, die die Fans natürlich mitsprechen können. Und wenn jemand mindestens dreimal den Film „Dirty Dancing“ gesehen hat, dann kann man sie auch einordnen, kann mitlächeln oder auch mitschmachten.

Noch bis einschließlich Samstag (16. März) können Besucher die Bühnenshow „Dirty Dancing – Das Original Live On Tour“ in der Frankenhalle Nürnberg erleben. Und ja, es lohnt dort vorbeizuschauen, sowohl für den Hardcore-Fan wie auch für solche Zuschauer, die nur noch in Erinnerung haben, dass es da in den 80er Jahren doch diesen Film gegeben hat.

Hand aufs Herz: Mit „Dirty Dancing“-Schauen ist es doch so ähnlich wie mit „Lindenstraße“-Gucken oder „Bild“-Lesen. Keiner gibt es so richtig gerne zu, aber irgendwie tun wir es doch alle manchmal. Und natürlich wollte man damals schon wissen, warum die Mädels alle für diesen Patrick Swayze schwärmen, und die Mädchen- und Damenwelt fragte sich, was diese Jennifer Grey hat, was man selber nicht hat. Der Ansatz der Show in Nürnberg ist ganz klar – nämlich den Film mehr oder weniger 1:1 auf die Bühne zu bringen. Das gelingt über gut zwei Stunden lang meistens sehr gut, wobei es praktisch unmöglich ist, die Original-Baby und den Original-Johnny nachzuahmen. Anna-Louise Weihrauch und Martin van Bentem ergänzen sich auf der Bühne allerdings perfekt und bilden eine gelungene tänzerische Einheit mit ganz viel Emotionen.

„Dirty Dancing“ ist natürlich auch ganz viel Kitsch und Schmalz, das kennt man vom Film her und ist auch auf der Bühne nicht anders. Mancher Dialog säuft geradezu darin ab, aber nur so gelingt der Weg zum Happy End. Das gelungene und variable Bühnenbild nimmt die Besucher direkt mit in den Sommer 1963 ins Ferienressort Kellerman’s in Catskill, in einem Moment findet man sich im Restaurant wieder, im anderen in der Unterkunft der Tänzergruppe. Mit Hilfe gelungener Film-Einspielungen gelingt sogar die wohl bekannteste Szene des Streifens – als nämlich „Johnny“ in einem See „Baby“ über seine Schultern in die Luft hebt, um die Tanznummer zu üben.

Die ganz große Liebesgeschichte zwischen Baby und Johnny – denn das ist „Dirty Dancing“ in erster Linie – ist geprägt vom Tanz: Gut 20 Akteure sind auf der Bühne und tanzen zu Mambo, Merengue und kubanischen Rhythmen – leidenschaftlich, mitreißend und gut choreographiert. Nicht fehlen darf die Musik, über 50 Titel und Sequenzen werden angespielt (eindeutig zu kurz gerät leider „She‘s like the wind“). Die Instrumente kommen leider aus der Konserve, eine Band lässt sich nicht ausmachen. Dafür sind es aber gesanglich vor allem Dennis LeGree, Gloria Wind und Erik van Hoof, die das Publikum überzeugen. Viel Applaus gibt es für „The time of my life“ am Ende der Show. Für besonders komische Szenen in der Show sorgen die überzeichneten Figuren wie etwa der Kellerman-Neffe Neil (Benjamin A. Merkl) oder „Babys“ große Schwester Lisa (Ahou Nikazar): Ihr „Lisa’s Hula“ am Ende der Show rührt in der Halle zu Lach-Tränen.

Weitere Vorstellungen von „Dirty Dancing“ in der Frankenhalle Nürnberg am Freitag und Samstag jeweils um 19.30 Uhr sowie am Samstag zusätzlich um 15 Uhr.

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