Nürnberg
27.04.2026 - 23:09 Uhr

Söder offen für Zuckersteuer und höhere Abgaben für Reiche

Die Koalition braucht für ihre Reformen dringend Geld. Eigentlich ist die CSU ja gegen jegliche Steuererhöhungen. Doch ihr Chef scheint zunehmend gesprächsbereit.

Steuererhöhungen lehnt CSU-Chef Söder eigentlich seit Jahren kategorisch ab - nun scheint er aber in manchen Fragen gesprächsbereit. (Archivbild) Bild: Michael Kappeler/dpa
Steuererhöhungen lehnt CSU-Chef Söder eigentlich seit Jahren kategorisch ab - nun scheint er aber in manchen Fragen gesprächsbereit. (Archivbild)

CSU-Chef Markus Söder ist offen für eine Erhöhung der sogenannten Reichensteuer. „Ich bin offen, bei der Reichensteuer was zu verändern, weil das sind Menschen, die quasi über 300.000 Euro dann haben“, sagte der bayerische Ministerpräsident in der ARD-Live-Sendung „Arena“. Hier könne man „im Rahmen einer Entlastung insgesamt“ etwas machen. Bisher hatte sich Söder kategorisch gegen jegliche Erhöhung oder gar Neueinführung von Steuern ausgesprochen.

Auf Nachfrage präzisierte Söder, er sehe das Thema als Teil einer großen Einkommensteuerreform: „Da gehört ja mehr dazu.“ Als Beispiele nannte er die Veränderung des Spitzensteuersatzes - keine Erhöhung - für den Mittelstand, eine Entlastung bei anderen Einkommensgruppen und die endgültige Abschaffung der Stromsteuer. „Ich finde, es gehört auch noch eine Steuervereinfachung massiv dazu.“ 

Neue Zuckersteuer? Unter Umständen denkbar

Die Einführung einer Zuckersteuer auf Getränke wie Limonaden und Colas lehnte Söder nicht kategorisch ab: „Also ich wäre völlig dagegen, sage ich ganz ehrlich, wenn das jetzt nur zum Stopfen von Haushaltslöchern verwendet würde.“ Wenn eine solche Steuer aber wie bei der Tabaksteuer zur Finanzierung der Gesundheit dienen könnte und damit auch zur Verbesserung der Gesundheit selbst und moderat sei: „mal gucken“.

Rentendebatte: Söder rechnet mit längerer Arbeitszeit

Zur Rentendebatte betonte Söder, er gehe davon aus, dass die bis zum Sommer erwarteten Vorschläge der Rentenkommission „irgendwie“ längere Arbeitszeiten berücksichtigen dürften. Dies sei der demografischen Entwicklung mit immer weniger Jungen und mehr Älteren geschuldet. Aber es brauche ein System, das auch für die Jüngeren verträglich sei. Die Übernahme von Beamten ins Rentensystem sehe er dagegen skeptisch, da dies wohl nicht die erhofften Effekte mit sich bringen würde. 

Während er nicht an Änderungen „für den Bestand“ der Rentner glaube, könne er sich vorstellen, dass es in Zukunft weniger Frühverrentungen geben werde, so Söder. „Aber das wird man auch ein bisschen daran bemessen müssen, wie leistungsfähig der Job war, was man getan hat, um das angemessen zu machen.“ Wer etwa ein Leben lang gearbeitet habe und Beträge gezahlt habe, der müsse andere Möglichkeiten haben als jemand, der nur sehr kurz gearbeitet habe.

„Rente muss als Grundsicherung absolut beibehalten bleiben“

„Die Rente muss natürlich als Grundsicherung absolut behalten bleiben“, sagte Söder. Man könne niemandem mit Ende 50 Jahren sagen, er solle nun noch eine zusätzliche private Altersvorsorge beginnen. Die gesetzliche Rente sei somit „mehr als eine Basisabsicherung“.

© dpa-infocom, dpa:260427-930-991/1

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