09.06.2021 - 13:29 Uhr
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Tiergarten Nürnberg: Jetzt ohne Maske, neue Tiere

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Es machte fast den Eindruck, als staunten die Tiere ebenso wie die Besucher. Nach Monaten der Schließung ist in Nürnberg der Zoo wieder geöffnet. Ungewohnt und überraschend. Der Tiergarten hat einige Neuzugänge.

Der neue Hirscheber Palu im Tiergarten Nürnberg.
von Christine Ascherl Kontakt Profil

Der Tiergarten der Stadt Nürnberg hat durch Corona einen Millionenverlust gemacht. Monatelang war der Zoo 2020 und 2021 komplett geschlossen. Das wird jetzt zumindest moralisch durch einen guten Zuspruch wieder wettgemacht. Gerade in der zweiten Ferienwoche strömten tausende Familien in den Zoo, freut sich Sprecherin Dr. Nicola Mögel. Natürlich nicht vergleichbar mit Ferien in vergangenen Zeiten. Der Besuch ist auf 8500 Personen täglich beschränkt. Erforderlich ist deshalb eine kostenlose Online-Registrierung. An manchen Tagen war offiziell ausgebucht. Schade: Manche trugen sich ein und kamen dann doch nicht.

Künftig ist alles noch ein wenig einfacher: Aufgrund der niedrigen Inzidenzwerte ist kein negativer Test mehr nötig. Ebenfalls aufgehoben wurde die generelle Maskenpflicht. Seit 5. Juni müssen Besucher nur noch am Eingang, in Gebäuden und auf den Laufwegen der Gastronomie FFP2-Masken tragen. Die Stadt Nürnberg hatte sich mehrfach beim Freistaat dafür eingesetzt, die Zoo-Außenanlagen von der Maskenpflicht zu entbinden.

Neuer Südostasienschwerpunkt

Was erwartet die Besucher? Sprecherin Dr. Nicola Mögel informiert über Neuzugänge. Vor wenigen Tagen ist Palu eingetroffen, ein männlicher Hirscheber aus Wuppertal. "Ein ganz tolles Tier, der hat seinen Spaß." Hirscheber sind sehr selten und kommen nur auf der indonesischen Insel Sulawesi vor. Ein Weibchen soll noch im Juni folgen. Der Tiergarten Nürnberg ist europaweit zuständig für die Erhaltungszucht dieser Hirscheber, ebenso für Schabrackentapire. Auch hier will der Zoo im Sommer ein Zuchtpaar begrüßen. Beide Arten werden als gefährdet eingeschätzt.

Die Hirscheber und Schabrackentapire gehören zum neuen Südostasienschwerpunkt des Tiergartens. Derzeit läuft der Umbau des Tapirhauses, auch als Tropenhaus bekannt. Auch die Außenanlagen werden neu angelegt. Zukünftig werden hier bedrohte Vögel, Fische und Reptilien, zusätzlich wahrscheinlich Amphibien, den Bestand ergänzen.

Nachwuchs bei den "Pferdeartigen"

Nachwuchs gibt es im Frühjahr natürlich ebenfalls: Die Kulane, die Przewalski-Pferde und die Somalie-Wildesel haben Fohlen. Alle drei genannten "Pferdeartigen" sind Teil von Erhaltungszuchtprogammen.

Ob den Tieren der plötzliche Besuch behagt? Den Affen scheint das eher gleich, meint Dr. Mögel, diese sind aktuell gut mit Nachwuchserziehung beschäftigt. Bei den Huftieren fiel ihr auf, dass manche etwas weiter weg und lieber in der Gruppe standen als während des Lockdowns. Zoodirektor Dr. Dag Encke staunte bei der Wiederöffnung 2020, als sich mit dem Eintreffen der ersten Besucher plötzlich Schildkröten nach Monaten der Absenz präsentierten. Noch ein besonderes Tier hat seine erste und hoffentlich letzte Pandemie unbeschadet überstanden: Mädi, ältestes Weißhand-Gibbonweibchen der Welt, ist inzwischen 56 Jahre alt.

"Mädi" ist der älteste Weißhandgibbon der Welt

Nürnberg
Hintergrund:

Tiergarten wieder geöffnet: Das gilt in Nürnberg

  • Der Tiergarten hat wieder täglich von 8 bis 19.30 Uhr geöffnet
  • Zwingend nötig ist eine vorherige Online-Registrierung: www.tiergarten.nuernberg.de
  • Keine Testpflicht/Impfnachweis
  • Geöffnete Anlagen: Bartgeiervoliere, Streichelzoo, Blauer Salon, Spielplätze und Gastronomie
  • Geschlossen: Tierhäuser und Bionicum, Bollerwagenvermietung und Kleinbahn „Adler“
  • Keine kommentierten Fütterungen und Delphinpräsentationen, aber auf den Rängen der Delphin-Lagune lassen sich Fütterung und Training/Spiel gut beobachten
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