17.02.2020 - 15:28 Uhr
NürnbergDeutschland & Welt

Ungeahnt Unerhörtes ist das Ziel

Internationale Orgelwoche Nürnberg will mit seinem Motto "Ins Offene. Über Mut" in die Stadt hinein klingen

Das Eröffnungskonzert am Samstag, 27. Juni in St. Egidien gestalten der Lettische Rundfunkchor und das Riga Saxophone Quartett.
von Günter KuschProfil

Das 69. "Musikfest ION", wie die Internationale Orgelwoche seit vergangenem Jahr heißt, hat einen gesellschaftspolitischen Auftrag: "Menschen brauchen heute Zivilcourage für einen offenen Diskurs", betont Moritz Puschke. Der künstlerische Leiter ist überzeugt, dass Festivals wie die ION als "sinnstiftende Ereignisse Herz, Sinn und Geist öffnen und versöhnend wirken". Das Motto "Ins Offene. Über Mut" wirkt sogar völkerverbindend. Zum Auftakt, am 27. Juni in der Egidienkirche, singt ein lettischer Chor - 75 Jahre nach Kriegsende - einen Text über die Freiheit.

Bei „SingBeethoven“ am 3. Juli in St. Lorenz huldigen Friedhilde Trüün und 250 Nürnberger Schüler*innen mit Ludwig van Beethoven dem wichtigsten musikalischen Jubilar des Jahres 2020. „Himmelsmusik“ mit L’Arpeggiata und Countertenor Valer Sabadus ist am 30. Juni in St. Sebald zu hören. „Händel: La Resurrezione“ mit dem La Folia Barockorchester heißt es am 3. Juli im Germanischen Nationalmuseum. Die beiden Veranstaltungen am 4. Juli, „Praetorius tanzt“ mit Capella de la Torre in St. Martha und „Vocal Groove“ mit SLIXS in der Katharinenruine sind weitere Highlights. Den bunten und internationalen Reigen des 69. Musikfestes ION beschließen dann am 5. Juli die Gaechinger Cantorey und Hans-Christoph Rademann in St. Sebald mit „Magnificat“-Vertonungen.

Ganz neues Terrain erschließt das Musikfest ION mit der Serie „Nightflight“: In drei Konzerten starten Nachtflüge in Richtung Zukunftsmusik. Das Musikfest ION widmet sich der Nacht als Zeit der Träume und der Verschmelzung von Realität und Imagination. In diesen drei Konzerten – am 27. Juni mit "Supersonus", am 3. Juli mit Rabih Lahoud und der Band Masaa und am 4. Juli mit Hille Perl, Marthe Perl und Lee Santana – in St. Martha erklingt jeweils um 23 Uhr Neues, Ungewöhnliches, Verzauberndes und Atemberaubendes.

Die Serie "Nightflight" zeigt, dass die Orgelwoche längst nicht mehr nur die Königin der Instrumente in den Mittelpunkt rückt. Das Ensemble "Supersonus" sucht zum Beispiel gemeinsam mit den Zuhörern nach einem Klang, der in archaisch-folkloristischen, aber auch in alten Musikstilen wie dem Barock seine Wurzeln findet. Sie entwerfen einzigartige Klangbilder von himmelsgleicher Weite, tanzender Ekstase und stoischer Ruhe. Oder wie es Puschke ausdrückt: "Ungeahnt Unerhörtes ist das Ziel, um daraus Kreativität und Muse zu schöpfen."

Infos und Tickets gibt es im Internet: www.musikfest-ion.de

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