Nürnberg
07.05.2019 - 17:12 Uhr

"Die Vorzeichen stehen prächtig"

Ein schottischer Liedermacher aus Franken: Der Singer/Songwriter James Mackenzie

Der schottische Liedermacher James Mackenzie hat in Franken seine neue Heimat gefunden. Bild: Alex Reibrich
Der schottische Liedermacher James Mackenzie hat in Franken seine neue Heimat gefunden.

James Mackenzie kann sich zu Beginn des Gesprächs nicht recht entscheiden, ob er auf Deutsch oder auf Englisch plaudern möchte. Der Mann ist gebürtiger Schotte, lebt jedoch mit seiner fränkischen Verlobten seit Juni 2017 unweit von Nürnberg in Lauf an der Pegnitz. Er arbeitet dort für einen Kaffeeröster, Deutsch ist demnach Pflichtprogramm. Dennoch einigt man sich auf die Konversation in Englisch. Auch aus Eigennutz des Autors, denn Mackenzie spricht diesen sämigen, schon mal einlullenden schottischen Dialekt, der wie Honig oder wahlweise goldener Whiskey ins Ohr des Zuhörers fließt.

Der 32jährige Singer/Songwriter ist - bislang - so was wie das "ewige Vorprogramm", hat die Stimmung angeheizt für Großmeister wie Runrig, Saga oder Manfred Mann's Earthband. "Aber jetzt ist es an der Zeit, dass ich meine eigene Karriere vorantreibe", meint der Brite. "Ich bin gerade dabei, mein Debütalbum auf die Beine zu stellen. Ein Studio in Australien dafür ist gebucht. Die Vorzeichen stehen prächtig."

Das tun sie in der Tat, denn Mackenzie hat Songs im Programm, die stark an Megastars wie Ed Sheeran, James Blunt oder Jason Mraz erinnern. Nachdenkliche Liedermacher-Kost also, im besten Sinne des Wortes. "Zu diesem Sound kommt es auch deshalb, weil ich über eine sehr sonore Stimmlage verfüge, außerdem akustischen Instrumenten den Vorzug vor elektrischen gebe", erklärt der moderne Troubadour. "Zudem gibt es in meiner Heimat sehr viele verregnete Tage. So ein Umstand prägt das Gemüt. Der führt dazu, dass viel Wasser auf unsere Köpfe fällt. Als Reaktion darauf viel Scotch durch unsere Kehlen gurgelt. Und entsprechend wehmütige Lieder entstehen."

Ach ja, die Wehmut: "Ich fühle mich wohl in Franken", beteuert der bärtige Schlaks tapfer. "Vor allem wegen meiner zukünftigen Gattin. Doch ich gebe zu, dass ich Schottland immer wieder vermisse. Weil meine Familie dort lebt. Weil ich den Regen herbei sehne. Weil Schottland einfach Schottland und dadurch einzigartig ist."

So verwundert es nicht, dass die Stücke von Mackenzie nach dem feuchten Nass richtiggehend riechen. Dass viel Herzblut und Seelenpein darin schlummern. "Mag sein, dass ich seit drei Jahren in Franken zu Hause bin", seufzt der Mann aus Inverness. "Aber sobald ich zu singen beginne, merkt der kundige Hörer sofort, dass mein Herz in Schottland zu Hause ist."

Trotz aller Melancholie ist James Mackenzie fest entschlossen, ab sofort seine Karriere hier in Deutschland zu befeuern. "Das funktioniert heutzutage als Musiker vor allem durch permanentes Touren", ist der eher introvertierte Sympath überzeugt. "Wir werden insgesamt mit fünf Leuten auf der Bühne stehen, was bedeutet, dass meinen eher ruhigen Kompositionen ziemlich Dampf unter dem Hintern gemacht wird. Insgesamt geht es uns Live-Verschworenen jedoch vor allem um Energie und - noch wichtiger - Harmonie. Wir wollen unsere Besucher nach zwei Stunden in einem Kokon aus Glückseligkeit heim schicken."

James Mackenzie spielt am Mittwoch, 8. Mai, in Nürnberg (Z-Bau). Karten an der Abendkasse.

 
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