15.11.2019 - 17:18 Uhr
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Oberpfalz mit dem geringsten Flächenverbrauch

Die Oberpfalz wies 2018 die bayernweit günstigste Flächenverbrauchsbilanz auf. Das geht aus aktuellen Daten des Statistischen Landesamtes hervor. Aber nicht alle sind damit zufrieden.

Der Flächenverbrauch in der Region sinkt.
von Jürgen UmlauftProfil

Die für Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrsbauten zusätzlich genutzte Fläche stieg in der Oberpfalz im vergangenen Jahr lediglich um 107 Hektar an. Das entspricht laut Landesamt in Fürth einem Zuwachs von 0,1 Prozent oder 0,3 Hektar am Tag. Damit waren weiterhin rund 10,9 Prozent der Fläche des Bezirks für Wohnhäuser, Gewerbegebieten sowie Straßen, Wege und Schienen genutzt.

Nicht eingerechnet sind darin die knapp 2300 Hektar an Steinbrüchen sowie Sand- und Kiesgruben. Tatsächlich versiegelt war in der Oberpfalz etwa die Hälfte der knapp 108 000 Hektar genutzter Fläche, der Rest sind Grün- und Freiflächen wie Gärten und Parks sowie Sport- und Golfplätze. Die günstige Entwicklung in der Oberpfalz hat ihre Ursache in einem Rückgang der Verkehrsfläche. Diese sank um 264 Hektar. Zwar wurden Straßen dazugebaut, dafür wurden in größeren Umgang nicht mehr benötigte Wege aufgelassen und renaturiert, vor allem im Landkreis Cham. Die für den Wohnungsbau und Gewerbeansiedlungen genutzte Fläche wuchs zu etwa gleichen Teilen um insgesamt gut 370 Hektar an. Die in der Oberpfalz von Landwirten bewirtschaftete Fläche ging um gut 200 Hektar zurück, dafür legte die Waldfläche um knapp 100 Hektar zu.

Täglich 14 Fußballfelder

Bayernweit waren Ende 2018 12,1 Prozent der Landesfläche genutzt. Der Anstieg betrug 3645 Hektar oder 0,4 Prozent. Der Flächenverbrauch reduzierte sich damit von 11,7 auf 10 Hektar pro Tag. Das entspricht der Fläche von rund 14 Fußballfeldern.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) begrüßte die Trendwende beim Flächenverbrauch. Die für 2018 gemessenen zehn Hektar pro Tag seien der zweitniedrigste Wert sein 1980. Dennoch bleibe es das Ziel der Staatsregierung, die zusätzliche Nutzung bis 2030 auf fünf Hektar als Richtwert zu reduzieren. Dazu soll die mit Kommunen und Wirtschaft gestartete Flächensparoffensive beitragen. "Wir haben nach wie vor Grund zu handeln, aber ohne Panikmache", erklärte Aiwanger.

"Alarmierend hoch"

Das Bündnis "Betonflut eindämmen" hält die Zahlen zum Flächenverbrauch dagegen für "weiter alarmierend hoch". Es fordert unverändert eine verbindliche Verbrauchsobergrenze von fünf Hektar pro Tag. Der von der Staatsregierung angepeilte Richtwert zeige keinerlei Wirkung, erklärte der Vorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern, Richard Mergner.

Josef Schmid von der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft betonte, man wolle nicht länger zuschauen, wie für die Bauern existenziell wichtiger Grund und Boden "unwiederbringlich unter Asphalt und Beton begraben" werde. Die Grünen kündigten an, noch in diesem Jahr erneut einen Gesetzentwurf zur Festschreibung der Fünf-Hektar-Höchstgrenze in den Landtag einzubringen.

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