Würde die Jungend bestimmen, wer in den Landtag kommt, stünde das Ergebnis schon fest: Die CSU ist bei den jungen Oberpfälzern die stärkste Partei mit 32 Prozent. Gefolgt von einer stark umstrittenen Partei: der AfD mit 20 Prozent. Trotz der vermeintlich grünen "Fridays for Future"-geprägten Jugend landen die Grünen abgeschlagen bei 8 Prozent.
Das ist das Ergebnis der U18-Landtagswahl, bei der unter 18-Jährige die Möglichkeit haben, scheinbar zu wählen und ihre Stimme abzugeben. In einigen Landkreisen sieht das Ergebnis noch schärfer aus. Im Landkreis Tirschenreuth hat die CSU mit 32,36 Prozent auch hier die meisten Stimmen gewonnen. Und wieder folgt die AfD mit 23,4 Prozent. Im Mittelfeld befinden sich trotz jüngster Skandale Freie Wähler und SPD. Die Grünen kommen auf knapp über 6 Prozent. Den Schluss bildet mit 5,2 Prozent die FDP.
Das Ergebnis mag für einige schockierend sein, aber es kam nicht ganz überraschend. "Die Lehrer bemerkten schon im Vorfeld, welche Tendenzen es gibt," sagt Sandra Schug, Geschäftsführerin des Kreisjugendrings Tirschenreuth. Denn im Stimmkreis Tirschenreuth hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, in der Schulen abzustimmen.
Dort entschieden die Schulen, welche Klassenstufen sie abstimmen ließen. Teilweise stimmten die Klassen sieben bis zehn ab. An anderen Schulen nur die zehnten Klassen. An Gymnasien nahmen auch Schüler der Oberstufe teil, die noch nicht das 18. Lebensjahr erreicht haben. So gaben 1326 Kinder und Jugendliche im Alter von 13-17 Jahren ihre Stimme ab. Das ist eine Wahlbeteiligung von rund 30 Prozent, da es im Landkreis Tirschenreuth 3676 Jugendliche im Alter von 12 und 18 gibt. Bis auf eine Schule im Landkreis haben alle Schulen teilgenommen. Zudem wählte für den Stimmkreis Tirschenreuth noch eine Schule aus dem Landkreis Neustadt. Der westliche Teil des Kreises Neustadt ist Teil des Stimmkreises Tirschenreuth.
Das Ergebnis sei Laut Schug ein Weckruf, dass mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden müsse. Zudem zeige das Ergebnis: Die Interessen und Bedürfnisse junger Menschen würden noch nicht ausreichend wahrgenommen. Dabei sei gerade das wichtig, um Jugendliche für Politik zu begeistern. „Die Teilnahme an der U18-Landtagswahl zeigt: Politik ist für Kinder und Jugendliche schon auch ein Thema“, erklärt Schug. „Junge Menschen wollen über ihre Zukunft mitentscheiden.“
Bayernweit gaben 60 805 Jugendliche ihre Erststimme ab. Bei der U18-Wahl zur bayerischen Landtagswahl nahmen in der gesamten Oberpfalz 4843 Jugendliche teil. Der Bayerische Jugendring koordinierte dieses Jahr zum achten Mal begleitend zur Landtagswahl die U18-Wahl für alle, die aufgrund ihres Alters noch nicht an der Wahl am 8. Oktober teilnehmen dürfen.
Vom 21. September bis zum 29. September hatten junge Menschen unter 18 Jahren die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. "Hauptziel ist es Kinder und Jugendlichen für Politik zu begeistern", sagt Pia Bittner, Referentin für Demokratie-Bildung beim Bayerischen Jugendring. Die U18-Wahl bietet einen Ansatz für Jugendliche sich mit politischen Themen zu beschäftigen. "Gleichzeitig sollen junge Leute praktisch an das Wählen herangeführt werden und ihnen die Angst davor genommen werden."




















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