19.03.2020 - 17:34 Uhr
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"Alle Hände voll zu tun"

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Was ist OnetzPlus?

Infiziert oder nicht - eine möglichst sichere Antwort darauf bietet nur ein Labortest auf das Coronavirus.

Eine Probe wird für einen Coronatest vorbereitet. Das Ergebnis soll so schnell wie möglich vorliegen.
von Gabriele Weiß Kontakt Profil

Die Synlab Holding Deutschland GmbH mit Sitz in Augsburg ist der größte Anbieter für medizinische Diagnostik in Europa. Allein am Standort Weiden sind rund 250 Mitarbeiter beschäftigt. Ein Unternehmenssprecher schildert, wie die Corona-Krise sich in der Labormedizin niederschlägt.

ONETZ: Wie wirkt sich Covid 19 konkret bei Ihnen im Alltag aus?

Synlab: Als medizinischer Versorger steht Synlab an vorderster Front, was die schnelle Diagnostik für SARS-CoV-2 bei Patienten angeht und leistet einen relevanten Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung. Die Anzahl der Proben von Patienten, die auf das Virus getestet werden, erhöht sich täglich. Wir arbeiten unermüdlich daran, den zuweisenden Ärzten und Patienten schnellstmöglich ein Ergebnis zukommen zu lassen.

ONETZ: Wie viele Tests machen Sie denn momentan?

Synlab: In Weiden alleine testen wir derzeit weit über 1000 Proben pro Tag.

ONETZ: Können Sie sagen, wie viele der Tests positiv sind?

Synlab: Die weit überwiegende Anzahl der Tests ist negativ.

ONETZ: Wie schnell ist ein Testergebnis da?

Synlab: Wir versuchen, das Testergebnis dem zuweisenden Arzt in der Regel innerhalb eines Tages vorzulegen. Aufgrund des aktuell stark erhöhten Testaufkommens können wir dies im Einzelfall jedoch nicht garantieren. Unter Umständen sind wir in der Ergebnisübermittlung aber sogar schneller, vor allem dann, wenn die Übermittlung der Probe aufgrund kurzer Distanzen nicht lange dauert.

ONETZ: Wenn die Fallzahlen/Verdachtsfälle steigen, können Sie das noch stemmen?

Synlab: Wir haben derzeit alle Hände voll zu tun. Aber: Der große Einsatz unserer Mitarbeiter ermöglicht es uns, weiterhin angemessene Reaktionszeiten zu ermöglichen. Wir bauen zudem die Test-Kapazitäten für das Coronavirus fortlaufend aus, um der steigenden Nachfrage bestmöglich gerecht zu werden.

ONETZ: Wie und worauf wird überhaupt getestet?

Synlab: Das Verfahren für den Coronavirus-Test ist die Polymerase-Kettenreaktion oder PCR. Dabei wird in komplexen, automatisierten Arbeitsschritten und unter Einsatz eines sogenannten PCR-Geräts das Erbmaterial des Erregers vermehrt, extrahiert und durch spezielle Farbstoffe kenntlich gemacht. Das bedeutet, es wird auf die Virus-RNA getestet, nicht auf die Antikörper. Das hat den Vorteil, dass der Erreger bereits sehr früh nach einer Infektion nachgewiesen werden kann. Um Antikörper nachzuweisen, muss erst auf eine Immunantwort des Körpers gewartet werden. Diese Antikörper liegen aber in der Regel nicht schneller als sieben Tage nach Infektion vor.

Hintergrund:

Hinweise zum Corona-Test

Privatpersonen können sich in der Regel nicht direkt an ein Labor wenden, um sich auf das Coronavirus SARS-CoV-2 testen zu lassen. Wenn Sie einen begründeten Verdacht haben, an Covid-19 erkrankt zu sein, dann wenden Sie sich bitte telefonisch an Ihren Hausarzt, den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst oder die für Ihre Region zuständige amtliche Hotline. Diese verweisen Sie dann an die nächstgelegene offizielle Probeentnahmestelle.

Sollten Sie oder eine Person in Ihrer Nähe eine extreme Verschlechterung des Gesundheitszustands erleben, zum Beispiel unter akuter Atemnot leiden, wenden Sie sich umgehend an den Notdienst unter der Rufnummer 112.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass ein konkreter Verdacht besteht (wie zum Beispiel der Aufenthalt in Risikogebieten, Kontakt zu infizierter Person, Symptomatik). Außerdem wird den Risikogruppen in der Bevölkerung Vorrang bei Tests auf das Virus eingeräumt.

Dieses Vorgehen sehen das Robert-Koch-Institut sowie die amtlichen Anordnungen und Richtlinien der Länder, des Bundes und der Europäischen Union so vor.

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