02.08.2018 - 11:33 Uhr
OberpfalzDeutschland & Welt

Finanzhilfe vom Staat darf in keiner Branche die Regel werden

Landwirte befürchten eine schlechte Ernte.
von Clemens Fütterer Kontakt Profil
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Als wäre es ein Naturgesetz: Ist es zu kühl, zu regnerisch, kommt es zu Spätfrost oder wie in diesem Sommer zur Dürre, reklamiert die Agrar-Lobby wie selbstverständlich Finanzhilfe vom Staat. Dabei zeichnet die Branche das Bild vom modernen Landwirt als Unternehmer, der seinen Hof innovativ bestellt - und auf mehreren wirtschaftlichen Beinen steht. Zu diesem professionellen Berufsprofil zählt auch der "Energie-Landwirt". So fällt die Photovoltaik-Ernte heuer um bis zu einem Fünftel üppiger aus als im Vorjahr.

Bedeutet es nicht eine Kernaufgabe für jeden Unternehmer, sich gegen Risiken zu wappnen? Es stellt wahrlich keine Überraschung mehr dar, dass das sich dramatisch verändernde Klima enorme Herausforderungen für den Anbau der Feldfrüchte, für die Struktur des Walds oder den Umgang mit Trinkwasser selbst in unseren Breiten birgt. Gerade bei den Wasser-gefährdenden Nitrat-Einträgen zeigte sich die Landwirtschaft in der Vergangenheit nicht gerade sensibel, und schon gar nicht schuldbewusst. Die Kosten für die aufwendige Aufbereitung des Trinkwassers tragen natürlich Steuerzahler dito Verbraucher.

In Notsituationen ist die gesellschaftliche Solidarität gefordert. Eine extreme Lage zeichnet sich für Milchbauern ab, für deren Kühe das Heu zur Fütterung hinten und vorne nicht reicht. Doch staatliche Alimentierung darf in keiner Branche die Regel werden: Sie senkt die Bereitschaft zur Veränderung.

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