08.05.2019 - 10:27 Uhr
OberpfalzDeutschland & Welt

Die Geschichte eines Ehrenmordes

Der Ehrenmord an Hatun Sürücü im Jahr 2005 erhält eine Verfilmung. "Dick und Doof" kehren zurück ins Kino. "Kleine Germanen", eine Mischung aus Animations- und Dokumentarfilm, gibt einen Einblick in die Kindererziehung im rechten Milieu.

Almila Bagriacik (rechts) als Aynur und Jacob Matschenz als ihr Freund Tim in "Nur eine Frau" (undatierte Filmszene).
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

"Nur eine Frau": Der Fall hat Schlagzeilen gemacht: Die Deutsch-Türkin Hatun Sürücü wird 2005 von einem ihrer Brüder in Berlin erschossen. Ein Mord vermeintlich im Namen der Ehre. Produzentin Sandra Maischberger und Regisseurin Sherry Hormann haben die Geschichte verfilmt. Nach der Premiere auf dem Tribeca-Festival in New York kommt "Nur eine Frau" nun in die deutschen Kinos. Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive der jungen Frau. Darstellerin Almila Bagriacik aus der TV-Serie "4Blocks" spielt Sürücü. Herausgekommen ist ein packender Film, der einen auch nach dem Kinobesuch noch begleitet.

(Regie: Sherry Hormann - Mit Almila Bagriacik, Rauand Taleb, Meral Perin - 90 Minuten - frei ab 12 Jahren) (dpa)

Trailer "Nur eine Frau"

"Stan & Ollie": Mit über 100 Filmen brachte das Duo Stan Laurel und Oliver Hardy, in Deutschland "Dick und Doof" genannt, die Zuschauer zum Lachen. Der melancholische Film "Stan & Ollie" von Regisseur Jon S. Baird erzählt von den späten Jahren der ungleichen Komiker. Die Hauptrollen übernehmen Steve Coogan ("Philomena") als Stan und John C. Reilly ("Stiefbrüder") als Ollie. Anfang der 50er Jahre wollen sie mit einer Bühnentournee durch Großbritannien Werbung für sich und für die Finanzierung eines weiteren Films machen. Der Kartenverkauf läuft schlecht, Ereignisse von früher belasten die Männerfreundschaft und Oliver hat gesundheitliche Probleme. Trotzdem gibt das Duo nicht auf.

(Regie: Jon S. Baird - Mit Steve Coogan, John C. Reilly, Nina Arianda - 97 Minuten - FSK o.A.) (dpa)

Trailer "Stan & Ollie"

"Das Ende der Wahrheit": Ein oberbayerischer See liegt in frühes, sehr blaues Morgenlicht getaucht. Ruhig zieht eine Frau darin ihre Bahnen. Und am Ufer steht ein Wolf. Mehr braucht Philipp Leinemanns neuer Film "Das Ende der Wahrheit" nicht, um anzudeuten, was kommen wird: Raus aus dem Idyll und rein in einen Thriller. Ronald Zehrfeld gibt als desillusionierter BND-Agent Martin Behrens darin einmal mehr seine Paraderolle: den Polizisten von massiger Körperstatur und mit nuanciertem Innenleben. Härte und Skrupellosigkeit sind ihm bei seinen Aufträgen und im Umgang mit Informanten nicht fremd. Dann aber bringt ein Attentat sein Leben durcheinander, privat und beruflich.

(Regie: Philipp Leinemann - Mit Ronald Zehrfeld, Alexander Fehling, Axel Prahl - 105 Minuten - frei ab 16 Jahren) (dpa)

Trailer "Das Ende der Wahrheit"

"Kleine Germanen": Viele Jahre lang war Elsa stramm rechts. Ihr Großvater hatte sie in Erinnerung an alte Zeiten für nationalsozialistisches Gedankengut begeistert. Auch ihre Kinder erzieht die Frau mit ihrem Ehemann ganz in diesem Sinne - bis zu dem schicksalhaften Tag, an dem Elsa mit der rechten Szene nichts mehr zu tun haben und aussteigen will. Der Dokumentarfilm "Kleine Germanen" schildert ihr dramatisches Schicksal, nach einer wahren Begebenheit. Mit einer Mischung aus Animations- und Dokumentarfilm geben die Regisseure Frank Geiger und Mohammad Farokhmanesh Einblick in die Kindererziehung und das Familienverständnis im nationalistisch rechten Milieu. Aussteiger äußern sich ebenso wie bekannte Leute aus dem rechten Lager. Auch eine fachliche Einordnung gibt es: Experten kommen zu Wort, die sich etwa an Universitäten oder in Beratungsstellen mit diesem Thema beschäftigt haben.

(Regie: Frank Geiger und Mohammad Farokhmanesh - 86 Minuten - frei ab 12 Jahren) (dpa)

Trailer "Kleine Germanen"

"Master Z: The Ip Man Legacy": In den Kampfkünsten gibt es viele als Meister verehrte Vorbilder. Ein großes Vorbild, bei dem unter anderem Bruce Lee in die Schule ging, war Ip Man, der als Meister der chinesischen Kampftechnik Wing Chun gilt. In mehreren Filmen ging es bisher bereits um das Vermächtnis respektive Leben Ip Mans. Darunter etwa Wong Kar-Wais "The Grandmaster" (Eröffnungsfilm Berlinale, 2013). Der jetzt anlaufende "Master Z: The Ip Man Legacy" bezieht sich bereits im Titel auf den Meister. Es geht um Cheung Tin Chi, der sich nach einem Kampf mit Ip Man für ein einfaches Leben und gegen Kampfkunst entscheidet. "Guardians of the Galaxy"-Fans dürfen sich freuen über Auftritte von Dave Bautista und Michelle Yeoh.

(Regie: Yuen Woo-Ping - Mit Max Zhang, Dave Bautista, Michelle Yeoh - 107 Minuten - frei ab 16) (dpa)

Trailer "Master Z: The Ip Man Legacy"

"Anything": Early ist Mitte 50. Als seine Frau bei einem Unfall stirbt, verliert er den Boden unter den Füßen und versucht sich, das Leben zu nehmen. Seine Schwester Laurette will ihm helfen und holt ihn für eine Weile zu sich. Dann aber sucht er sich seine eigene Wohnung und lernt in dem Haus in Hollywood die transsexuelle Freda kennen, die als Sexarbeiterin arbeitet. Die beiden kommen sich näher, doch dann eskaliert ein Streit mit Earlys Schwester und Freda verschwindet. Early merkt, dass er sich in Freda verliebt hat. In der Hauptrolle des Early ist John Carroll Lynch zu sehen, der mit seinem Regiedebüt "Lucky" mit Harry Dean Stanton vor zwei Jahren von der Kritik gefeiert wurde.

(Regie: Timothy McNeil - Mit John Carroll Lynch, Bomer, Maura Tierney - 94 Minuten - FSK o.A.) (dpa)

Trailer "Anything"

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