07.02.2020 - 13:38 Uhr
OberpfalzDeutschland & Welt

Individuell und intelligent – So wird das Zuhause zum Smart Home

Sein eigenes Zuhause in ein Smart Home zu verwandeln ist einfacher, als man denken könnte. Von zentraler Bedeutung sind dabei eine gute Planung und die Klärung der wichtigsten Fragen im Vorfeld.

Im Smart Home sind intelligente Endgeräte miteinander vernetzt und lassen sich per Telefon oder Sprachsteuerung bedienen.
von Agentur DPAProfil

miteinander kommunizieren können, ist inzwischen schnell und einfach zu schaffen. Für die Installation von Smart-Home-Lösungen ist die Wohnsituation nicht mehr entscheidend: Sowohl das eigene Haus als auch die gemietete Wohnung können entsprechend umgerüstet werden. Auch der Zeitpunkt spielt nur noch eine untergeordnete Rolle.

„Ein Smart Home kann direkt im Neubau aufgebaut oder aber auch später nachgerüstet werden. Mit einer durchdachten Planung wird jedes Zuhause fit für die Zukunft“, erklärt Peter Dumitsch, Vorstand der SBIT AG. Das IT-Unternehmen konzipiert, erstellt und überwacht seit 20 Jahren deutschlandweit smarte Infrastruktur- und Cloud-Lösungen für mittelständische Unternehmen. „Egal, ob im Unternehmen oder in den eigenen vier Wänden – die erste Frage sollte immer lauten: Was sind meine Bedürfnisse? Wofür möchte man das Zuhause smart machen?“, sagt Dumitsch.

Komfort, Sicherheit oder Kostenersparnis

Komfort und Entertainment stehen bei vielen Kunden hoch im Kurs. Zum einen sind die entsprechenden Geräte häufig in der Werbung zu sehen, zum anderen kann man bereits mit geringem Einsatz die gewünschten Ziele erreichen. Mit einer simplen App und dem passenden Endgerät lassen sich beispielsweise atmosphärische LED-Leuchten schon auf dem Heimweg einschalten oder vom Sofa aus gemütlich dimmen.

Will man durch den Ausbau zum Smart Home hingegen die Sicherheit erhöhen, ist die Planung laut Dumitsch etwas komplizierter: „Geräte wie Fernsprechanlage, Bewegungsmelder oder auch Bluetooth-Kameras müssen überlegt platziert werden, um effektiv zu sein.“ Schon kleine Sensoren an den richtigen Stellen wie Türen und Fenstern können Einbrüche registrieren und umgehend einen Alarm auf das eigene Smartphone, an die Nachbarn oder gar an die nächste Polizeistation senden.

Ein Smart Home kann auch dazu beitragen, Energie zu sparen und damit die Umwelt und den Geldbeutel zu schonen. Hier reicht die Bandbreite von einfachen Klima- und Temperaturreglern, die sich aus der Ferne steuern und einstellen lassen, bis hin zu Heizanlagen, die selbstständig mit dem Stromnetz kommunizieren und so günstige und umweltfreundliche Tarife suchen.

Eine Frage der Kompatibilität

Sind die Ziele geklärt, steht die Entscheidung zwischen einem offenen und einem geschlossenen System an. Offene Systeme unterstützen einen komplementären Standard, wodurch Produkte verschiedener Hersteller im Smart Home miteinander kombiniert werden können. Die bekanntesten Kombinierschnittstellen sind Bluetooth und WLAN. „Geschlossene Systeme hingegen sind nicht kompatibel mit den Geräten anderer Anbieter. Wenn es von einem Anbieter keine technische Lösung für eine bestimmte Aufgabe gibt, kann nicht auf die Technik eines anderen Herstellers zurückgegriffen werden“, erläutert Dumitsch.

Kurs-Angebot von Oberpfalz-Medien

Weiden in der Oberpfalz

Dafür sind geschlossene Systeme dem Fachmann zufolge optimal aufeinander abgestimmt, während die Verbindungsstellen bei offenen Systemen potentielle Fehlerpunkte darstellen. Wer flexibel bleiben möchte, wählt dennoch ein offenes System und erhält sich damit die Möglichkeit, später auch Produkte anderer Hersteller einbinden zu können.

Kabel oder Funk?

Von zentraler Bedeutung für alle Smart-Home-Systeme ist die Datenübertragung. Hier stehen Kabel- und Funkverbindungen zur Auswahl. Im Grunde bietet sich die Installation von kabelgebundenen Systemen nur bei einer ohnehin anstehenden Renovierung oder einem Neubau an, da zu jedem Endgerät eine Leitung verlegt werden muss. Das ist zwar teuer, dafür ist aber die Datenrate sehr hoch und die Übertragung solider.

Kurs-Angebot von Oberpfalz-Medien

Wernberg-Köblitz

„Auf Funk basierende Systeme können deutlich einfacher und günstiger installiert werden, sie sind jedoch anfälliger für Störungen. Hier ist wichtig, dass ein einwandfreies, flächendeckendes Wi-Fi-Signal das ganze Zuhause abdeckt. So manche dicke Altbauwand kann da schnell zum funkstörenden Hindernis werden“, sagt Dumitsch.

Eine Art Zwischenlösung sind sogenannte Powerline-Systeme, die für die Datenübertragung auf im Haus liegende Stromleitungen zurückgreifen. Stromleitungen können allerdings weniger Daten übertragen als eigens verlegte Datenkabel.

Hilfe vom Profi

Bei der konkreten Umsetzung ist es sinnvoll, auf professionelle Hilfe zurückzugreifen. Bei einem Neubau oder bei umfangreichen Renovierungsarbeiten sollte man sich von einem Architekten oder einem erfahrenen Haustechnikbüro beraten lassen. Bei kleineren Maßnahmen genügt ein Elektriker, der eine Schulung für Smart Home absolviert hat. Branchenverbände, spezielle Schulungseinrichtungen sowie Handwerkskammern bieten derartige Weiterbildungen an und stellen den Unternehmen entsprechende Zertifikate aus, sodass der Kunde schnell einen Überblick darüber bekommt, was der jeweilige Handwerker leisten kann.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.