09.09.2018 - 13:23 Uhr
OberpfalzDeutschland & Welt

Kabel Deutschland stoppt das analoge Fernsehen

Kabel Deutschland schaltet in einigen Wochen das analoge TV-Signal im Kabelfernsehen der Region ab. Was nun zu tun ist, damit die Kiste ab November nicht schwarz bleibt.

Yvonne Pieper weiß Bescheid, wenn es um digitales Fernsehen geht.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Die Deutschen Kabelbetreiber knipsen 2018 nach und nach die analogen Kabel-Kanäle aus. Auch für die nördliche Oberpfalz rückt der Termin näher. Am 7. und 8. November endet die Ära des analogen Fernsehens in den Landkreisen Tirschenreuth, Neustadt/WN, Amberg-Sulzbach und den Städten Amberg und Weiden. Auch für den nördlichen Landkreises Schwandorf, etwa ab der Kreisstadt, gilt dieser Termin. Im angrenzenden Oberfranken wird es eine Woche später so weit sein. Im südlichen Landkreises Schwandorf ist die Abschaltung bereits erfolgt, ebenso im nahen Mittelfranken.

Bemerken dürfte die Umstellung jeder Nutzer. "Wahrscheinlich wird sich die Anordnung der digitalen Kanäle ändern", erklärt Yvonne Pieper, vom gleichnamigen Amberger Elektronik-Fachgeschäft. Während es bei geeigneten Geräten wohl mit einem Sendersuchlauf und einer Neuordnung der Programme getan ist, werden analoge Geräte nach der Abschaltung schwarz bleiben.

Wie viele Fernseh-Nutzer das betrifft, kann niemand sagen. Yvonne Pieper geht davon aus, dass es nicht wenige sind. Bis vor etwa fünf Jahre gab es solche analogen Geräte noch im Handel. Vielen Kunden sei die Abschaltung und deren Folgen gar nicht bewusst. "Bei uns hat sich kaum jemand informiert", sagt die Fachfrau. Meist seien es Technikbegeisterte, die sich melden. "Bei denen gibt es dann gar keinen Handlungsbedarf."

Pieper glaubt, dass die meisten "kritischen" Geräte in Haushalten stehen, in denen dem Thema Technik kaum eine Rolle spielt. Diese Menschen sollten sich bald kümmern , rät Pieper. Vier Wochen vor der Umstellung blendet Kabel Deutschland hinweise auf dem Bildschirm ein, zwei Wochen vorher werden die Kunden angeschrieben. Spätestens dann dürfte der Ansturm beginnen. "Es gibt nicht mehr viele Fachgeschäfte." Die Unternehmerin geht davon aus, dass Anfang November Andrang herrscht. "Es kann dann sein, dass man einige Tage auf den Liefertermin warten muss." Dass Geräte knapp werden, glaubt Pieper nicht. "Unsere Lager sind voll."

Vor der Neuanschaffung sollten Kunden prüfen, ob diese nötig ist. Einem TV-Gerät ist nicht sofort anzusehen ist, ob es digitale Signale verarbeiten kann. Vodafone/Kabel Deutschland empfiehlt, die Sender zu prüfen. Sind es mehr als 32 und sind hochauflösende HD-Sender darunter, dann ist das Gerät auf die digitale Zukunft vorbereitet. Ein guter Test sei auch, nach Programmen wie ARD One und Tagesschau 24 zu suchen. Diese werden nur digital ausgestrahlt.

Wer nur analoge Programme empfängt, muss kein neues TV-Gerät kaufen. Ein sogenannter Receiver zwischen Buchse in der Wand und analogem TV-Gerät macht Digitalempfang ebenfalls möglich. Yvonne Pieper sagt, dass es qualitativ gute Reciever ab 50 Euro gibt. Aber auch hier Rät die Expertin, nicht bis zum Stichtag zu warten, um sich zu informieren. Es ist wie beim Weihnachtseinkauf: Wer ihn sechs Wochen vor dem Fest erledigt, spart sich Stress der in der letzten Woche vor dem Termin immer ausbrechen.

Analog zu digital: Was dahinter steckt:

Wenn bis Ende 2018 alle analogen Kabelsender abgeschaltet sind, ist dies das Ende für die analoge Übertragung insgesamt. Über Antenne lassen sich schon seit 2008 nur mehr DVB-T-Signale empfangen, wie der Standard der digitalen Übertragung heißt. 2017 löste bereits die zweite Generation DVB-T2 die ältere Technik ab. Beim Kabelfernsehen verzögerte sich der digitale Siegeszug laut Verbraucherzentrale Deutschland unter anderem, weil Privatsender ihr Digitalangebot zunächst verschlüsselte und nur gegen Gebühr übertrug. Das dürfen die Sender nach einem Kartellamtsbeschlusses seit 2013 nicht mehr. Seither steht dem DVB-C-Standard nichts mehr im Weg. Als Vorteil nennt die Verbraucherzentrale die bessere Bild- und Tonqualität. "Zudem können zusätzliche Informationen übertragen werden wie der elektronischer Programmführer (EPG)." Kabel Deutschland nennt einen weiteren Vorteil: Durch die Abschaltung werden Frequenzen frei, die künftig für schnellere Internetübertragung genutzt werden können. (wüw)

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