13.10.2021 - 17:35 Uhr
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Kommentar zu K.-o.-Tropfen: Vorschnelle Verurteilung der Opfer hilft nur den Tätern

Klar, die Tat an sich ist schon unsagbar feige. Und dennoch ist es zu oft ein Plan, der leider aufgeht. Denn eine der gefährlichen Komponenten dieser Taten ist, dass wir den Opfern von K.-o.-Tropfen nicht glauben - ein Kommentar.

Vor allem in Clubs und Discos werden von Täterinnen und Tätern K.-o.-Tropfen eingesetzt.
von Sebastian Böhm Kontakt Profil
Kommentar

Nur wenn wir den Betroffenen auch zuhören, können wir die Komplexität, die hinter der Verabreichung von K.-o.-Tropfen steckt, richtig erfassen. Klar, die Tat an sich ist schon unfassbar scheußlich und unsagbar feige. Und dennoch ist es zu oft ein Plan, der aufgeht. Viel zu wenige Täter werden gefasst. Denn eine der gefährlichen Komponenten dieser Taten ist, dass wir den Opfern, denen K.-o.-Tropfen verabreicht wurden, nicht glauben - sie sogar vorschnell als zu betrunken oder "zu drauf" diffamieren. Wir müssen da unbedingt sensibler werden.

Denn diese Vorverurteilung hilft am Ende leider nur den Täterinnen oder Tätern - und das schlimme ist, sie setzten teilweise auch darauf, dass wir uns genauso verhalten. Wir dürfen es ihnen also nicht zu leicht machen.

In Zeiten der Shitstorms liegt es zwar im Trend, sich schnell seine Meinung zu bilden und die auch möglichst zeitnah kundzutun. Wenn potenzielle Opfer, denen es in einer Partynacht schlecht ging, jedoch mit Nachrichten bombardiert werden, die nur ihre eigenen Zweifel schüren, hilft das keinem - außer einem potenziellen Täter.

In diesen Fällen sind ganz traditionelle Werte wie Solidarität, und Hilfsbereitschaft wichtig. Und oft reicht auch schon eine kurze Nachfrage, ob alles okay ist.

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