21.02.2020 - 18:09 Uhr
OberpfalzDeutschland & Welt

Mehr Verkehrsunfälle in der Oberpfalz

Die gute Nachricht: Im Bezirk Oberpfalz ist die Zahl der tödlichen Unfälle im Jahr 2019 weiter gesunken. Die schlechte Nachricht: Die Zahl der Unfälle insgesamt ist gestiegen. Vor allem in einer Kategorie der Statistik kracht es immer häufiger.

Erst am Donnerstag ist bei einem Auffahrunfall auf der A 3 bei Neutraubling eine Autofahrerin lebensbedrohlich verletzt worden.
von Frank Stüdemann Kontakt Profil

Das vom Polizeipräsidium Oberpfalz am Freitag veröffentlichte "Verkehrslagebild 2019" zeigt das dritte Jahr in Folge einen "historischer Tiefstand" bei den Verkehrstoten im Regierungsbezirk. Mit 52 Todesopfern war 2019 laut Mitteilung der Tiefststand seit Einführung der Statistik festzustellen, im Jahr 2018 waren es 54 Tote. Auch die Anzahl der Verletzten bei Verkehrsunfällen ging demnach deutlich um 268 Personen (4,4 Prozent) auf 5890 zurück. Von diesen waren 1017 Personen schwer verletzt - ein Rückgang um 6 Prozent (2018: 1082). "Hinsichtlich der Verletzten stellen beide Werte die jeweils geringste Anzahl im Zehn-Jahres-Vergleich dar", so das Präsidium.

Neuer Höchststand

Allerdings setzte sich im Jahr 2019 der "sowohl in Bayern als auch im Regierungsbezirk Oberpfalz festzustellende langfristige Trend" steigender Verkehrsunfallzahlen fort. Mit insgesamt 37 616 registrierten Verkehrsunfällen wurde ein neuer Höchststand im Zehn-Jahres-Vergleich erreicht (2018: 36 385).

Und so zieht auch Polizeipräsident Norbert Zink eine gemischte Bilanz: "Der Rückgang der schweren Folgen der Verkehrsunfälle ist nur auf den ersten Blick eine erfreuliche Tendenz", sagte er laut Mitteilung. "Wir alle wissen, dass jeder Verkehrsunfall mit Personenschaden häufig mit großem menschlichem Leid verbunden ist." Er appelliere deshalb, gegenseitig Rücksicht im Straßenverkehr zu üben und "öfters mal dem Schwächeren im Straßenverkehr den Vorrang zu gewähren".

Mehr Raser-Unfälle

Wird die Verkehrsunfallstatistik von 2019 mit der aus dem Jahr 2010 in Relation gesetzt, so sieht die Polizei Oberpfalz einen Anstieg bei allen registrierten Verkehrsunfällen um 17,7 Prozent. Allerdings habe sich auch die Anzahl der im Regierungsbezirk zugelassenen Fahrzeuge im selben Zeitraum um 17,9 Prozent erhöht.

Hauptursache der gestiegenen Gesamt-Unfallzahlen sei demnach die Entwicklung im Bereich der Verkehrsunfälle im Kurzaufnahmeverfahren (sogenannte Kleinunfälle) - und hier speziell bei den Wildunfällen: 11 350 Unfälle mit Wildtieren gab es 2019, das entspricht einem Anstieg um 1084 Fälle und 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die gute Nachricht: Bei den Unfällen starben zwar bedauerlicherweise die Tiere, aber kein einziger Mensch. Bei den durch überhöhte Geschwindigkeit verursachten Unfällen gab es 2018 mit 872 den niedrigsten Wert seit zehn Jahren - 2019 stiegen die Unfallzahlen laut Präsidium allerdings wieder um 12,5 Prozent auf 981 an. 16 Menschen kamen dabei ums Leben. Die Zahl der Alkoholunfälle entsprach 2019 mit einer geringfügigen Steigerung nahezu der des Vorjahres und lag bei 436. "Während 2018 mit drei Getöteten der geringste Wert im Langzeitvergleich (zehn Jahre) festzustellen war, kamen 2019 mit insgesamt acht Personen mehr Verkehrsteilnehmer bei Alkoholunfällen ums Leben." Unter dem Einfluss von Rauschmitteln waren Verkehrsteilnehmer im Jahr 2019 an insgesamt 60 Unfällen beteiligt - laut Polizei ein neuer Höchstwert im Zehn-Jahres-Vergleich und abermals ein Anstieg um 13 Unfälle gegenüber 2018. Insgesamt wurden bei diesen Unfällen 39 Personen verletzt (2018: 25), ein Verkehrsunfall hatte tödliche Folgen.

Die Unfallursachen im Bereich der Polizei Oberpfalz. Anmerkung: Unter "Straßenbenutzung" als Ursache versteht die Polizei unter anderem das Schneiden von Kurven, Geisterfahrten oder Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot.

Zum Vergleich: Die Statistik für 2018

Oberpfalz

17 Senioren, ein Kind gestorben

Entgegen der Langzeitentwicklung war laut Statistik bei den Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Senioren 2019 ein leichter Rückgang um 0,9 Prozent zu verzeichnen. Hierbei wurden zwar mit 594 Senioren 29 weniger als im Vorjahr verletzt, jedoch verloren mit 17 Getöteten vier Menschen mehr ihr Leben als im Vorjahr.

  • Die Zahl der Unfälle auf Autobahnen stieg um 6,2 Prozent auf 3242; Zwölf Menschen starben, 611 Menschen wurden verletzt.
  • Die Zahl der Unfälle mit Kindern stieg um 1,5 Prozent auf 273, davon waren 59 Schulwegunfälle; 280 Kinder wurden verletzt, ein Kind kam ums Leben.
  • Die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern ging leicht auf 1132 zurück, 1031 Radler wurden verletzt, drei starben.
  • Bei 531 Unfällen mit Motorradfahrern wurden 509 verletzt, vier starben.
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