20.07.2021 - 17:28 Uhr
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Meinung: Erhöht die Bußgelder und Strafen für Raser!

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Um Raser zur Vernunft zu bringen, hilft wohl nur eins: Bußgelder erhöhen, den Führerschein länger entziehen. Denn jeder Verkehrstote wegen zu schnellen Fahrens ist einer zu viel. Ein Kommentar von Julian Trager.

Blitzer nehmen Raser ins Visier wie hier im April im Landkreis Neustadt/WN.
von Julian Trager Kontakt Profil
Kommentar

Manche Autofahrer sind schon komisch. Sie brettern über die Oberpfälzer Landstraßen, als wäre es der Nürburgring – und nicht die mit Löchern versehrte Straße zwischen Dorf X und Kaff Y. Sie überholen fünf Autos und Lastwagen an den unübersichtlichsten Stellen, nur um dann dreihundert Meter weiter vorne hinter dem nächsten Lastwagen herzufahren. Und sie können sich hervorragend über Blitzer aufregen. "Abzocke!" schreiben sie dann wütend auf Facebook. Der angeblich böse Staat nehme die Bürger aus, und das auch noch aus dem Hinterhalt, aus dem Gebüsch.

Manche Fahrer sind wirklich komisch. Denn eine Abzocke sind Blitzer nicht. Wer rast, wird nicht abgezockt, sondern bestraft – zu Recht, weil er Regeln gebrochen hat und weil er womöglich sich und andere in Gefahr gebracht hat.

Mehr als ein Drittel der Verkehrsunfalltoten auf Oberpfälzer Landstraßen wurden laut Polizei im vergangenen Jahr durch zu schnelles Fahren verursacht. 13 Menschen starben. Was muss eigentlich noch geschehen, bis es auch die Letzten kapieren?

Bei einigen Fahrern helfen wohl nur härtere Strafen, höhere Bußgelder. Im Grundgesetz steht nämlich nicht, dass die Deutschen ein Recht aufs Rasen haben. Wer auf der Landstraße statt 100 km/h mit 150 km/h unterwegs ist, muss aktuell 160 Euro zahlen. Das ist viel zu wenig. Und auch der Lappen sollte den Rasern länger als einen Monat entzogen werden. Vielleicht lernen sie es so.

Bilanz des Blitzmarathons in der Oberpfalz

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Kommentare

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Martin Pfeifer

Neben der Erhöhung der Strafen ist es sicherlich auch sinnvoll, den Kontrolldruck selber zu erhöhen. Wenn irgendwo der Anhänger des Landkreises für eine Woche steht, spricht sich dies rum. Jeder fährt in Höhe des Anhängers brav unter dem Tempolimit, davor und danach aber "wie die Sau". Mobile Kontrollen, höchstens für einige Stunden, sprechen sich nicht so schnell rum.

26.07.2021