09.05.2019 - 17:52 Uhr
OberpfalzDeutschland & Welt

Mieten in der Region steigen

In vielen deutschen Städten gehen die Neuvertragsmieten das erste Mal seit 14 Jahren leicht nach unten, so wie in Frankfurt mit Minus 2,4 Prozent. Gleichzeitig scheint die Oberpfalz gegen den Strom zu schwimmen. Mietpreistendenz steigend.

Die Mieten in der Oberpfalz steigen.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Laut dem Online-Portal Homeday.de sind die Mieten in der Region in Amberg am höchsten. 7, 10 Euro müsse man dort im Schnitt pro Quadratmeter berappen. Im Vergleich zu 2014 sei dieser um 17,7 Prozent gestiegen. Diese Angaben kann die Stadt Amberg nicht bestätigen. "Einen Mietspiegel, wie ihn größere Städte aufweisen können, haben wir nicht. Er ist extrem aufwendig und teuer", sagt Pressesprecherin Susanne Schwab. Auf Amberg folgen laut Homeday.de die Gemeinde Kümmersbruck (6,50 Euro pro Quadratmeter) und die Stadt Weiden (6,60 pro Quadratmeter).

Mitterteich der Sieger?

Am günstigsten Wohnen kann man in Mitterteich, so die Auswertung der Website. Dort koste der Quadratmeter zur Miete durchschnittlich 4,20 Euro. Gleich darauf folgen Oberviechtach (5,20 Euro pro Quadratmeter) und Pfreimd (5,10 Euro pro Quadratmeter). Das Interessante daran: In den günstigen Wohngegenden sind laut Homeday.de die Mietpreise am meisten gestiegen: Um 24,3 Prozent in Pfreimd und um 24,9 Prozent in Oberviechtach, was die Stadt im Landkreis Schwandorf zum negativen Spitzenreiter der Mietpreisentwicklung machen würde.

Das Immobilien-Portal weißt darauf hin, dass es Ungenauigkeiten bei der Mietentwicklung geben kann, gerade dann, wenn wenige Transaktionen erfolgen, beziehungsweise gemeldet werden. Im Fall von Oberviechtach durchaus möglich. Bei der Stadtverwaltung gibt es dazu wenig Auskunft. "Einen Mietpreisspiegel haben wir nicht. Das wird nirgends erfasst", erklärt Moritz Popelka von der Stadt Oberviechtach.

"Daten nicht repräsentativ"

Auch der Vorsitzende des Mietervereins Schwandorf hat keine Daten, allerdings hält er die Zahlen des Online-Portals für nicht repräsentativ. "Die Daten kommen von den Verkäufern und basieren nicht auf einer Studie." Seinem persönlichen Empfinden nach steigen in Oberviechtach die Mieten schon, so wie überall. "Es gibt eben günstigere und teuere Wohnungen. Das hängt von der Lage und der Nachfrage ab." Wenn in einem Jahr günstige Wohnungen vermietet werden würden und fünf Jahre später teure, sei ein hoher Prozentwert das Ergebnis. Fazit: Die Mietpreise steigen, jedoch in normalem Rahmen.

Hintergrund:

Neue Wohnungen kleiner als vor Jahren

Berlin. (dpa) Neue Wohnungen in Deutschland sind nach einer Studie aktuell deutlich kleiner als vor Jahren. In den vergangenen sechs Jahren sei die durchschnittliche Wohnfläche von Neubauwohnungen um elf Quadratmeter und damit um knapp zehn Prozent gesunken, heißt es in einer Studie des privaten Prognos-Instituts für Verbände der Bau- und Wohnungswirtschaft.

Als Ursachen nennt die Untersuchung erheblich gestiegene Bau- und Kaufpreise, aber auch eine wachsende Nachfrage nach kleineren Wohnungen. Die durchschnittliche Wohnfläche je Einwohner über alle Wohnungen hinweg blieb in den vergangenen Jahren konstant. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts lag sie von 2011 bis 2017 jeweils zwischen 46,1 und 46,5 Quadratmeter, mit leicht steigender Tendenz. Das wird auf die wachsende Zahl von Single-Haushalten zurückgeführt.

Die Verbände kritisierten, es werde zu wenig und zu teuer gebaut. Notwendig seien etwa deutlich mehr neue Sozialwohnungen. 80 000 müssten pro Jahr entstehen, dreimal so viele wie zuletzt. Um den Mietanstieg zu bremsen, müsse außerdem dichter gebaut werden.

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