01.03.2021 - 17:02 Uhr
OberpfalzDeutschland & Welt

Oberpfälzer Metaller laufen sich für Warnstreiks warm

Die Fronten zwischen IG Metall und den Arbeitgebern sind verhärtet. Ab Dienstag soll es zu Warnstreiks kommen. Am Montag gab es schon mal ein "Aufwärmen" - auch in 20 Betrieben in der Nordoberpfalz.

Die IG-Metall-Aktion vor dem Hamm-Gebäude.
von Julian Trager Kontakt Profil

Mit einem Aktionstag hat die IG Metall am Montag bundesweit die heiße Phase der laufenden Tarifauseinandersetzung eingeläutet. In Bayern nahmen der Gewerkschaft zufolge mehrere tausend Beschäftigte aus über 200 Betrieben an Aktionen teil. In der Nordoberpfalz gab es in rund 20 Betrieben Maßnahmen.

Ab Mitternacht, mit Ablauf der Friedenspflicht, soll es dann mit Warnstreiks losgehen - unter anderem beim Autozulieferer Bosch Rexrodt in Lohr am Main und im schwäbischen Elchingen sowie bei Linde Material Handling in Weilbach bei Aschaffenburg.

"In der ganzen Region, in jedem Betrieb, den es betrifft, gab es Aktionen", sagte Horst Ott, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Amberg, die für die Nordoberpfalz zuständig ist. Bei Siemens sei vor den Toren das Equipment aufgebaut worden, vor dem Hamm-Gebäude in Tirschenreuth standen Vertrauensleute in weißen Ganzkörperanzügen mit der Aufschrift: "Bereit." In allen Standorten von Grammer wurden Flugblätter verteilt, in denen die Belegschaft informiert wurde.

"Das war heute das Warm-Up", sagte Ott. Am Freitag gebe es dann Warnstreiks auch in der Region. Und, so verhärtet wie die Fronten derzeit sind, werde es wohl auch zu einer zweiten Streikwelle kommen.

Verhandlungen festgefahren

In München gab es am Montag eine Sternfahrt von mehreren hundert Autos und Radfahrern zur Theresienwiese. Unter Beachtung der Corona-Auflagen sprachen dort am Nachmittag IG-Metall-Hauptkassierer Jürgen Kerner und die Betriebsratschefs von BMW und MAN von einer Bühne mit LED-Leinwand zu den Teilnehmern. In Nürnberg gab es nach Angaben der IG Metall in 20 Betrieben Aktionen vor den Werkstoren. An einer Kundgebung auf dem Nürnberger Kornmarkt hätten anschließend rund 200 Menschen teilgenommen, sagte ein Sprecher.

Die vierte Verhandlungsrunde der Tarifparteien war am Freitag ohne Annäherung und ohne neuen Termin beendet worden. Die IG Metall fordert vier Prozent mehr Lohn für die Beschäftigen - wo es in einem Betrieb schlecht läuft, in Form von Lohnausgleich bei einer Senkung der Arbeitszeit. Die Arbeitgeber bieten nach einer Nullrunde in diesem Jahr noch unbezifferte Lohnerhöhungen erst ab 2022 an und fordern darüber hinaus, dass Krisenbetriebe bei bestimmten Bilanzzahlen ohne Nachverhandlungen mit der IG Metall automatisch vom Tarifvertrag abweichen können. In Bayern arbeiten rund 840 000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie. (mit dpa-Material)

Auch bei Grammer drohen Warnstreiks

Amberg
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