06.05.2019 - 09:51 Uhr
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Polizei warnt vor "Einschleichdiebstahl"

Offene Haus- und Terassentüren nutzen sie schamlos aus: Sogenannte "Einschleichdiebe" treiben sich vermehrt in der Oberpfalz umher. Die Polizei gibt Tipps.

Einbruch
von Maria Oberleitner Kontakt Profil

Die Polizei Oberpfalz warnt vor sogenannten "Einschleichdiebstählen": Jene häuften sich laut einer Pressemeldung seit Jahresbeginn. In vielen Fällen nutzen die Täter offenstehende Haus-, Keller- oder Terrassentüren, um sich in Anwesen und Wohnhäuser zu schleichen und dort gezielt nach Wertgegenständen zu suchen. Die Anwesenheit der Anwohner störe die Diebe nicht.

Ein Fall vom Freitag, 3. Mai, zeigt dies beispielhaft: Im Chamer Ortsteil Hof fiel einer 59-jährigen Anwohnerin ein Mann auf, der durch die Fenster des Nachbarsanwesens spähte. Die pflegebedürftigen Hauseigentümer schliefen zur Tatzeit im oberen Stock des Hauses, die Anwohnerin verständigte eine Angehörige. Diese traf wenig später ein - und ertappte einen Mann im Haus. Als sie ihn ansprach, flüchtete er. Ob der Mann etwas gestohlen hat, steht noch nicht fest.

Bei immer weniger Eindrüchen werden rabiat Fenster und Türen aufgebrochen, um an fremdes Hab und Gut zu gelangen. Gerade in ländlichen Gebieten, so schreibt die Polizei, "stehen den Einschleichdieben im wahrsten Sinne des Worte Haus und Hof offen". Waren zunächst überwiegend landwirtschaftliche Anwesen Ziel der Täter, so rücken vermehrt Einfamilienhäuser in deren Fokus. Nach bisherigen Aussagen von Geschädigten und Zeugen handelt es sich bei den Dieben um Personen mit südosteuropäischem Erscheinungsbild.

Deren Ziel: Anwesen mit unversperrten Haus- und Kellertüren, außenliegenden Türklinken oder gar offenstehende Haus-, Keller- und Terrassentüren. Das Vorgehen: Kurzes Rufen oder Klingeln, um festzustellen, ob jemand im Haus ist - dann treten die Diebe auch schon ein. Im Haus suchen sie schließlich gezielt nach Schmuck, Bargeld und anderen leichten Wertgegenständen. Wer seinen Autoschlüssel in der Nähe der Haustüre liegen lässt, den Geldbeutel in der Küche ablegt und seinen Schmuck im Schlafzimmer hütet, ist ein leichtes Opfer. Laut Polizei dürfte die Beute binnen wenigen Minuten gemacht sein.

Oft bleiben die Täter unerkannt, meist wird der Diebstahl erst Tage später entdeckt. Nicht selten sind die Geschädigten bei der Tatausführung auch zu Hause. Sie schippen Schnee, sind im Garten, keller oder Bad. "Gerade diese Unaufmerksamkeiten werden von den geübten Dieben sehr schnell erkannt und ausgenutzt", so schreibt die Polizei. Käme es zu einem Aufeinandertreffen zwischen Dieb und Anwohner, werde meist die Suche nach Arbeit, einer Person oder das Bitten um Wasser als Grund für die Anwesenheit angegeben. Oftmals flüchten die ertappten Diebe auch sofort.

Das Polizeipräsidium Oberpfalz rät:

Lassen Sie keine offenstehenden oder unversperrten Außentüren Ihres Anwesens unbeaufsichtigt. Sollten Sie die Räumlichkeit wechseln, sperren sie die entsprechenden Türen ab.

Sollten Sie auf eine fremde Person in ihrem Anwesen treffen, agieren sie bestimmt aber mit der gebotenen Vorsicht. Auch für die vermeintlichen Diebe stellt diese Situation einen Ausnahmezustand dar. Das Handeln der Täter ist nicht berechenbar. Kein Sach- oder Vermögenswert ist so kostbar wie die eigene Gesundheit.

Achten Sie auf Personen, die in beobachtender Weise an Anwesen vorbeigehen, davor stehenbleiben oder diese gar betreten. Versuchen Sie, sich die Personen, Fahrzeuge und deren Kennzeichen einzuprägen. Machen Sie sich gegebenenfalls auch Notizen.

Melden Sie verdächtige Wahrnehmungen unverzüglich der Polizei über die Notruf-Nummer 110

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