02.04.2021 - 16:58 Uhr
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Polizei und Zoll: Die kuriosesten Verstecke der Oberpfalz

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Ostern ist auch das Fest der Verstecke. Und wer kennt sich damit besser aus als die Polizei und der Zoll? Die suchen das ganze Jahr nach faulen Eiern - in Kofferräumen, Unterhosen oder Chips-Dosen. Über kuriose und dumme Verstecke.

Entdeckt in Waidhaus: Gold in einer Chips-Tüte.
von Julian Trager Kontakt Profil

Natürlich wollen die Oberpfälzer Polizei und der Zoll keine Geheimnisse ausplaudern, keine Tipps für besonders gelungene Verstecke preisgeben. Die Pressestellen verweisen auf ihre öffentlichen Berichte der vergangenen Jahr – und darin finden sich einige kuriose und auch dumme Verstecke. Ein nicht ganz ernst gemeinter Überblick.

Die Profis

Wo versteckt?

Am Unterboden eines südosteuropäischen Kleintransporters brachten Zigarettenschmuggler nachträglich einen Metallstaukasten an. Darin befanden sich 8800 unversteuerte Zigaretten.

Wie aufwändig?

Sehr, der Kasten musste ja extra angebracht werden. Um an den Inhalt zu gelangen, mussten die Waidhauser Zollbeamten die Nieten auf der Ladefläche öffnen und die Schweißpunkte entfernen. Der Zoll schrieb in seinem Bericht von einem "professionellem Versteck".

Wie schwer zu entdecken?

Auch wenn hier wohl Profis am Werk waren, wurde das Versteck nach einer kurzen Kontrolle des Fahrzeugs trotzdem entdeckt. Die Zollbeamten wissen eben, wo sie nachschauen müssen. Deshalb fanden sie bei Wernberg-Köblitz auch knapp 105.000 unversteuerte Zigaretten in einem Auto, die im aufgedoppelten Unterboden, in den Seitenverkleidungen, in der Heckklappe und im Armaturenbrett versteckt waren.

Die Hungrigen

Wo versteckt?

Im Essen. Ein Pärchen aus dem Nürnberger Raum wollte mehr als 60 Gramm Crystal aus Tschechien ins Land schmuggeln – und zwar in einer eigens präparierten Chips-Dose.

Wie aufwändig?

Die Pringles-Dose war laut Bericht der Bundespolizei Waidhaus bis zur Hälfte mit "leckeren Chips" gefüllt, die andere Hälfte musste also zuvor vernichtet worden sein. Unter den übriggebliebenen Chips befand sich ein Zwischenboden, unter dem dann mehr als 60 Gramm Methamphetamin versteckt war.

Wie schwer zu entdecken?

Eher leicht. Wie aus anderen Polizeiberichten zu entnehmen ist, kommt es öfter vor, dass Chips-Tüten als Verstecke herhalten müssen. Nicht nur für Drogen, sondern sogar auch schon mal für gestohlenes Gold. Auch das entdeckten Polizisten in Waidhaus. Und auch in einem Döner fand der Zoll einmal Drogen.

Die Sauberen

Wo versteckt?

Ein 59-jähriger Mann versuchte rund 11.000 unversteuerte Zigaretten nach Deutschland zu schmuggeln – in einer Waschmaschine, die er in seinem Kofferraum hatte. Der Zoll erwischte den Mann in Furth im Wald.

Wie aufwändig?

Wie auf dem Bild, das der Zoll veröffentlichte, zu sehen ist, dürfte es schon mal schwer gewesen sein, die Waschmaschine in den Kofferraum zu hieven. Ansonsten musste die Waschtrommel mit den 53 Stangen Zigaretten befüllt werden. Der Zoll schrieb von einem "besonders einfallsreichen Versteck".

Wie schwer zu entdecken?

Der Einfallsreichtum des 59-Jährigen lohnte sich nicht, die Zollbeamten fanden die Schmuggelware bei der genaueren Überprüfung des Autos. Und auch wenn sich die Ausrede gewaschen hat, lässt sich der Zoll nicht austricksen, wie ein Fall in Schwandorf zeigte: Dort erwischten Further Zöllner einen Mann mit 15,1 Gramm Amphetamin, zwei Plastiktütchen mit weißem Pulver, versteckt in einer Packung Taschentücher. Es handle sich dabei um Waschpulver, sagte der Mann. "Damit wasche ich meine Socken."

Die Schmutzigen

Wo versteckt?

Rund fünf Gramm Crystal Meth schmuggelte eine Ambergerin in ihrem BH bei Waldsassen über die Grenze. "Putsch-up statt Push-up", titelte das Onetz damals.

Wie aufwändig?

Der Aufwand hält sich in Grenzen, weswegen die Unterwäsche wohl auch oft als Versteck genutzt wird. In Marktredwitz etwa entdeckte die Grenzpolizei einen Mann mit Heroin in der Unterhose.

Wie schwer zu entdecken?

Wie der Aufwand hält sich auch der Erfolg dieser Verstecke in Grenzen. Polizei und Zoll kennen ihr Klientel. Im Fall der Ambergerin flog der Schmuggel schnell auf, weil die Frau und ihr Partner den Grenzpolizisten eine recht unglaubwürdige Geschichte über ihre Fahrt ins Nachbarland erzählt hatten, wie es im Polizeibericht hieß.

Die Unangenehmen

Wo versteckt?

Jetzt wird es unappetitlich: Immer wieder schmuggeln Menschen Drogen in ihrem Körper über die Grenze in die Oberpfalz. Wie ein Mann der in Selb von der Polizei mit mehr als 70 Gramm Crystal im Körper erwischt worden ist.

Wie aufwendig?

Wie schwer zu entdecken?

Der Aufwand an sich dürfte nicht so groß sein – die Folgen der Aktion könnten es aber sein. Der Schmuggel von Crystal im Körper ist sehr gefährlich, wie ein anderer Fall zeigt: Im September 2016 starb ein 37-jähriger Bamberger, als er eine größere Menge Crystal in seinem Körper schmuggelte. Die kleinen Drogen-Päckchen platzten wohl auf.

Schwerer als etwa in einer Chips-Tüte. Denn sobald "der Körper oder Körperöffnungen in Augenschein genommen werden", um nach Beweisen zu suchen, dürfe das nur von "einem Arzt nach den Regeln der ärztlichen Kunst zu Untersuchungszwecken" vorgenommen werden, erklärt Franziska Meinl, Pressesprecherin der Polizei Oberpfalz. Der Richter müsse das entscheiden, im Notfall auch der Staatsanwalt und dessen Ermittler. Im Selber Fall vermuteten die Beamten – weil sie bei dem Mann nichts gefunden hatten – die Drogen in ihm. Nach richterlicher Anordnung wurde er im Krankenhaus untersucht, wo das Crystal entdeckt wurde.

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