13.12.2020 - 18:00 Uhr
OberpfalzDeutschland & Welt

So wollen die Kirchen in der Oberpfalz Heiligabend feiern

Viele Pfarr- und Kirchengemeinden in der Oberpfalz feiern ihre Gottesdienste Heiligabend anders, zum Beispiel im Amberger Stadion. Bei vielen Christmetten ist eine Reservierung nötig, einige sind ausgebucht. Ein unvollständiger Überblick.

Auch wenn wegen Corona nicht alle Plätze belegt sein dürfen – die Amberger Kirche St. Martin wird an Heiligabend voller sein als auf diesem Foto.
von Julian Trager Kontakt Profil

(jut/epd/KNA) Die Corona-Pandemie zwingt die Kirchen zu einer gewissen Kreativität. Wie soll man Weihnachtsgottesdienste trotz Abstands- und Hygieneregeln sowie Besucher-Beschränkungen feiern? Einige Oberpfälzer Pfarr- und Kirchengemeinden haben sich nette Ideen ausgedacht - damit so viele Menschen wie möglich Weihnachten in Gottesdiensten feiern können. Gerade am Heiligen Abend strömen die Leute ja in die Gotteshäuser. Aber freilich hängt alles auch vom Verlauf der Pandemie in Bayern ab.

Was sagt das Bistum Regensburg?

"Wir lassen Weihnachten nicht ausfallen - aber es wird ein bisserl kalt", sagt Jakob Schötz, Pressesprecher des Bistums Regensburg. Allen Pfarreien wurde empfohlen, die Kirchen nicht zu heizen und immer wieder zu lüften. Also warm anziehen, empfiehlt Schötz. "Man darf auch ruhig eine Decke mit nehmen, in die man sich ein bisschen reinkuscheln kann." Ansonsten habe das Bistum seine Pfarreien gebeten, kreativ zu werden, neue Ideen zu entwickeln. In Regensburg sieht das so aus: Am Heiligen Abend werden neben der Christmette um 22 Uhr zwei weitere Gottesdienste im Dom abgehalten, um 17 und 19 Uhr. Für alle drei muss man sich telefonisch anmelden - oder besser gesagt: musste. Die Christmette und der Gottesdienst um 17 Uhr waren binnen weniger Stunden ausgebucht.

Was ist in Amberg und Region geboten?

Auch in soll der Besucheransturm entzerrt werden. In der Pfarrei St. Georgmüssen sich die Kirchgänger ebenfalls vorab anmelden - für "Kinderchristmette I und II" sowie "Christmette I und II". Die Pfarrei St. Martinteilt die Christmette dagegen nicht auf - sie wird stattdessen live gestreamt, also übers Internet übertragen. Am Donnerstag waren laut Webseite der Pfarrei aber schon 82 Prozent der Plätze belegt. Die heilige Messe um 17 Uhr ist sogar schon voll.

Der Sulzbach-Rosenberger Dekan Karlhermann Schötzsagt, dass sämtliche Veranstaltungennoch unter einem Vorbehalt stehen, weil die Entwicklung der Pandemie nicht absehbar ist. Sollten die Beschlüsse der Länderchefs es aber weiterhin zulassen, dass Gottesdienste im Freien und mit Maske erlaubt sind, dann plant er Christvespern um 15 und 17 Uhr im Amberger Fußballstadion.

Was ist in Weiden und Region geplant?

In St. Josef, der größten Pfarrei Weidens, finden an Heiligabend die Krippenfeiern am Pavillon im Max-Reger-Park statt. Und um 18 Uhr gibt es eine Eucharestiefeier für Senioren - um 20.30 Uhr dann für alle, liest man auf der Homepage der Pfarrei. Dortfindet sich auch die Telefonnommer für die Reservierungen. Die Christmette wird live gestreamt. In den vergangenen Jahren besuchten rund 2000 Menschen die Weihnachtsgottesdienste in Weiden in der evangelischen Michaelskirche. Nun finden die Christvespern in der Kirche, aber auch im Admira-Park und im Stadtteilzentrum Stockerhut statt. Die Stadt Vohenstrauß stellt für die ökumenischen Christvespern den Innenhof der Friedrichsburg zur Verfügung. Um 14.30 Uhr und um 16 Uhr gibt es dort Gottesdienste, jeweils mit Krippenspiel und Kinderchor. Laut Bistumssprecher Jakob Schötz gilt dasselbe auch für die Katholiken in Vohenstrauß, auch da finde der Heilige Abend im Freien auf der Friedrichsburg statt. Ein besonderes Weihnachten können Besucher auf einem Bauernhof in Speichersdorf erleben, wo eine lebendige Krippe mit Ochs, Esel und Schafen aufgebaut ist. In Grafenwöhr ziehen Christbaum und Altar am Heiligen Abend ins Feuerwehrhaus um.

Weiden und Kreis Neustadt - Weihnachten wegen Corona auf dem Fußballplatz

Neunkirchen bei Weiden in der Oberpfalz

Was macht Schwandorf?

Die Krippenfeier in der Schwandorfer Pfarrei St. Jakobetwa wurde auf dem oberen Marktplatz verlegt - damit mehr Kinder dabei sein können. Dazu gibt es heuer drei Christmetten. Um 18 und 22 Uhr in der Kirche, an Mitternacht auf dem Kirchplatz, wie es im Weihnachtsbrief der Pfarrei heißt.

Wie schaut es im Rest der Oberpfalz aus?

In Roding fällt die Christkindlandacht für die Kinder aus, sagt Bistumssprecher Schötz. Dafür werden an 15 verchiedenen Orten - an Materl und Kapellen - Andachten im Freien gefeiert. Hauptamtliche und Ehrenamtliche der Pfarrei verkleiden sich als Hirten und erzählen die Geschichte Jesus aus Sicht der Hirten. "Eine ganz schöne Idee", findet Schötz.

Auch in den Neumarkter Kirchengemeindensind Andachten im Freien geplant: Gefeiert wird nämlich auch da, wo sonst Volksfeste stattfinden oder Konzerte. Außerdem kommt das Weihnachtswunder dieses Jahr in Neumarkt aus der Tüte, für all diejenigen, die aus Sicherheitsgründen lieber zu Hause bleiben wollen. 2100 Stück stünden an Weihnachten bereit, sagt Dekanin Christiane Murner.

In Regensburg, der Zentrale des Kirchenkreises, versammeln sich Christen an Heiligabend auf dem zentralen Neupfarrplatz, um dort um 15 und 17 Uhr unter freiem Himmel und neben der beleuchteten Neupfarrkirche zu feiern. In Lappersdorf und Regenstauf werden die Gottesdienste auf Bauernhöfen zusammen mit den Tieren gefeiert - wie vor mehr als 2000 Jahren die Heilige Familie in Bethlehem.

Und was macht der „bekannteste Pfarrer Bayerns“?

Der oft als "bekannteste Pfarrer Bayerns" bezeichnete Rainer Maria Schießlerwill in seiner Münchener Pfarrei Sankt Maximilian den Heiligen Abend liturgisch bewältigen - mit 12 Stunden lang Messen. "Bescheiden, aber feierlich", Dsagte der 60-jährige Geistliche der Münchner "Abendzeitung". Da coronabedingt eine große Christmette, zu der sonst gut 1200 Menschen in seine Kirche kommen, nicht möglich sei, hätten sich sein Team und er etwas anderes einfallen lassen. Ab 12 Uhr mittags soll es "immer eine Stunde Messe, eine Stunde Musik, bis Mitternacht" geben. Die Predigten teile er sich mit seinem Pfarrvikar Michael Shin.

Wir lassen Weihnachten nicht ausfallen - aber es wird ein bisserl kalt. Man darf ruhig eine Decke mitnehmen, in die man sich ein bisschen reinkuscheln kann.

Jakob Schötz, Pressesprecher des Bistums Regensburg

Der Münchener Rainer Maria Schießler gilt als "bekanntester Pfarrer Bayerns".
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