In der Oberpfalz ist 2018 die Zahl der geahndeten Verkehrsverstöße leicht gesunken. Beim bayerischen Polizeiverwaltungsamt (PVA) in Straubing gingen insgesamt 116.667 Ordnungswidrigkeitsverfahren aus der Oberpfalz zur Bearbeitung ein. Das sind 3,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Dafür ist die Zahl der daraus resultierenden Bußgeldbescheide etwas gestiegen. Die zentrale Bußgeldstelle in Viechtach verschickte 56.526 Bescheide wegen in der Oberpfalz begangener gravierender Verkehrsverstöße, ein Plus von 2,1 Prozent. Diese betrafen vor allem überhöhte Geschwindigkeit und grobe Missachtung des Sicherheitsabstandes.
Im bayernweiten Trend sank sowohl die Zahl der geahndeten Ordnungswidrigkeiten auf knapp 2,5 Millionen als auch der Bußgeldbescheide auf 821.000 um jeweils 2,5 Prozent. Rund ein Drittel aller Fälle betraf den ruhenden Verkehr, also in erster Linie Parksünder. Insgesamt mussten 132,6 Millionen Euro an Buß- und Verwarnungsgeldern gezahlt werden. 3,1 Millionen Euro wurden dabei direkt vor Ort über die Kredit- oder EC-Karte des Verkehrsteilnehmers eingezogen. Nach Angaben von PVA-Präsident Timo Payer werden die mobilen "CardCash"-Geräte derzeit von 40 Dienststellen der Verkehrs- und der Autobahnpolizei genutzt, eine Ausweitung sei beabsichtigt. Die Vor-Ort-Erhebung habe sich vor allem bei ausländischen Verkehrssündern bewährt, gegen die allein 92.524 Bußgeldbescheide erlassen worden seien. "Die oftmals geäußerte pauschale Behauptung, gegen durchreisende Ausländer würde nichts unternommen, ist somit unzutreffend", betonte Payer.
Insgesamt wurden im Freistaat nach Angaben des Innenministeriums 70.424 Fahrverbote zwischen einem und drei Monaten erteilt (+4,2%). Gut die Hälfte davon waren die Folge überhöhter Geschwindigkeit. Der Anteil von eingezogenen Führerscheinen wegen zu geringen Sicherheitsabstands überstieg mit 21,5 Prozent erstmals den der Ordnungswidrigkeiten wegen Alkohol oder Drogen am Steuer. "Es ist unfassbar, wie rücksichtslos sich einzelne Fahrer verhalten", kommentierte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Zahlen. Raserei und zu geringer Sicherheitsabstand seien die Unfallursachen Nummer eins. Payer berichtete von einem Fahrer, der auf einer Staatsstraße mit 239 statt der erlaubten 100 km/h unterwegs gewesen sei. In einem anderen Fall fuhr ein Autofahrer bei Tempo 140 einen Meter auf das vorausfahrende Fahrzeug auf - eine Zivilstreife der Polizei. Vorgeschrieben wäre in diesem Fall ein Abstand von 70 Metern gewesen.
Wegen solcher Vorfälle, die Herrmann "Wahnsinnigen" zuschrieb, kündigte der Minister auch weiterhin intensive Verkehrskontrollen durch die Polizei an. "Das sind keine Kavaliersdelikte, sondern gefährliche Manöver, das häufig für tödliche Verkehrsunfälle verantwortlich sind", erklärte Herrmann. Für Unbelehrbare auf Bayerns Straßen gelte: "Wer nicht hören will, muss zahlen." Oder gar seinen Führerschein abgeben.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.