01.01.2019 - 09:53 Uhr
OberpfalzDeutschland & Welt

Zahlreiche Einsätze für Polizei und Feuerwehr in der Silvesternacht

Die Nacht begann ruhig, ab Mitternacht war die Polizei im Dauereinsatz. Eine Bilanz zur Silvesternacht mit verschmähten Liebhabern, Raufereien und rechtsradikalem Liedgut.

Silvesternacht in Regensburg: Die Feuerwehr rückte zu einem brennendem Hochhausbalkon aus.
von Alexander Unger Kontakt Profil

Der Silvesterabend verlief laut Polizei zunächst sehr ruhig. Zwischen 20 Uhr und Mitternacht waren etwa 70 Einsätze abzuarbeiten, davon etwa 15 mit unmittelbarem Silvesterbezug: überwiegend Belästigungen, rund um das Abfeuern von Feuerwerkskörpern.

Mitternacht war dann nicht nur der Startschuss für das neue Jahr, sondern auch für den Großteil der Einsätze. Bis 5 Uhr wurden über die Einsatzzentrale etwa 160 Einsätze entgegengenommen.

"Die überwiegende Mehrzahl dieser Einsätze hatte zumindest mittelbar Silvesterbezug", berichtet Polizeisprecher Bernhard Scheimer. So wurden etwa 20 Kleinbrände, zumeist ausgelöst durch Feuerwerkskörper, ohne oder ohne nennenswerten Sachschaden abgearbeitet. Zudem wurde etwa 30 "Aggressionsdelikte bzw. Körperverletzungen" angezeigt. Der überwiegende Teil war laut Polizei dem "übermäßigem Alkoholgenuss" geschuldet.

Schreckschusspistole, Beleidigungen und Feuer in Regensburg

Wie schon in den vergangenen Jahren bildete sich für die Polizei ein Einsatzschwerpunkt im Bereich Eiserne Brücke und Thundorferstraße. Dort war eine größere Menschenmenge, um das neue Jahr zu begrüßen. Wegen der großen Menschenansammlung musste dieser Bereich von 22.30 bis 1.45 Uhr für den Fahrverkehr gesperrt werden. Eine Freigabe war erst möglich, nachdem die Beschäftigten der Straßenreinigung die Fahrbahnen wieder gesäubert hatten. Die Steinerne Brücke war aus Sicherheitsgründen auch für den Fußgängerverkehr von 22.00 bis 1.15 Uhr gesperrt. Die Polizei meldet unter anderem eine Beleidigung mit Widerstand. Drei Personen wurden angezeigt, da sie nicht zugelassene Feuerwerkskörper abbrannten. Eine Person wurde wegen des Besitzes geringer Mengen Betäubungsmittel angezeigt.

Um 0.30 Uhr ging ein Notruf ein, wonach eine Person im Regensburger Stadtosten mit einer Waffe in die Luft schießen soll. Mehrere Streifenwägen fuhren zum Einsatz. Die Beamten trafen einen 27-jährigen Mann mit einer Schreckschusswaffe. Dieser hatte mehrfach in die Luft geschossen. Die Schreckschusswaffe wurde sichergestell. Den Mann erwartet eine Anzeige wegen eines Verstoßes nach dem Waffengesetz.

Im Verlauf der Silvesternacht kam es über das Stadtgebiet von Regensburg verteilt zu mehreren tätlichen Auseinandersetzungen, die die Polizei abzuarbeiten hatte. Am Domplatz beobachteten Polizeibeamten einen Mann, der eine Bierdose in eine Menschenmenge warf. Die Beamten kontrollierten den 31-Jährigen. Dagegen wehrte sich der Mann, woraufhin er den Jahreswechsel laut Polizei "unter Kundgabe von Schimpfwörtern in der Haftzelle verbringen musste". Den Mann erwartet eine Anzeige wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte sowie Beleidigung.

Gegen 1.30 Uhr wurde in Regensburg ein Balkonvollbrand an einem größeren Wohnblock an der Friedrich-Ebert-Straße gemeldet. Das Feuer drohte bereits auf die Wohnung überzugreifen.Die Feuerwehr brachte mithilfe der Drehleiter und zwei Atemschutztrupps das Feuer schnell unter Kontrolle. Die Brandursache dürfte eine eine fehlgeleitete Silvesterrakete sein. Der Schaden beträgt rund 15.000 Euro. Anwohner kamen nicht zu Schaden.

Randalierer, Böllerwerfer und Promille in Schwandorf

Die Polizei in Schwandorf meldet über 10 Einsätze für die Beamten der Polizeiinspektion Schwandorf, die teilweise auch von Streifen der umliegenden Polizeidienststellen unterstützt werden mussten. Auch in der Polizeidienststelle wurden mehrere Vorkommnisse angezeigt.

Bereits wenige Minuten nach Mitternacht wurde in Wackersdorf ein randalierender Gast gemeldet. Als die Polizei eintraf, griff ein

25-Jähriger die eingesetzten Polizeibeamten an und trat mehrfach mit den Füßen nach den Beamten. Zudem biss der junge Mann, der sich laut Polizei "offensichtlich in einer Art psychischer Ausnahmesituation befand", wild um sich. Hierbei wurden mehrere Polizeibeamte verletzt, teilweise so, dass sie ihren Dienst in dieser Nacht nicht mehr fortsetzen konnten. Aufgrund der massiven Gefahr, die von dem Randalierer ausging, musste dieser in das Bezirkskrankenhaus eingeliefert werden.

Ein 21-Jähriger aus dem Raum Forchheim feierte zu Silvester in Schwarzenfeld. Nach dem Anzünden eines Böllers kippte dieser nach links um und detonierte unmittelbar neben einem 31-Jährigen. Er erlitt eine Brandwunde am rechten Fußgelenk und eine Splitterverletzung im rechten Auge. Nach der Erstversorgung durch die Rettungssanitäter und der Rücksprache mit einem Augenarzt, verzichtete der Verletzte auf einen Transport ins Krankenhaus. Der China-Kracher hatte laut Polizei die erforderlichen Prüfzeichen. Wegen "nicht sachgerechter Verwendung des Böllers" erwartet den 21-Jährigen eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Gegen 18.30 Uhr wurde ein 36-jähriger in Schwandorf mit einem Messer bedroht. Hierbei wurde die Winterjacke des Geschädigten zerschnitten. Der Täter flüchtete anschließend mit einem Pkw.

Am Abend sprach ein Zeuge bei der Polizeiinspektion vor und zeigte eine Streiterei an. Bereits gegen 11.30 Uhr war es zu einem erheblichen Streit zwischen zwei Mietparteien in einem Mehrfamilienhaus gekommen. Grund war wohl, dass einer der beiden Kontrahenten ständig die Haustüre offen stehen lässt. Als eine der beiden "Streitparteien" die Wohnungstüre schloss, befanden sich die Finger des Streitgegners noch im Weg. Die Finger wurden so stark gequetscht, dass die Fingerkuppen im Krankenhaus Schwandorf genäht werden mussten.

Gegen 21.10 Uhr gab es Mitteilungen über unvernünftige Böllerwerfer, die Silvesterkracher aus einer Wohnung im 3. Obergeschoss auf andere Feiernde warfen. Um 2.10 Uhr sprengten Unbekannte eine Mülltonne in Klardorf. Der Inhalt fing Feuer, die örtliche Feuerwehr rückte an. Um 2.27 Uhr brannte eine Hecke in der Regensburger Straße. Die Feuerwehr löschte noch vor Eintreffen der Polizei.

In den frühen Morgenstunden weigerte sich ein renitenter Patient die Notaufnahme des Krankenhauses zu verlassen. Das Hausrecht des Krankenhauspersonals konnte erst durch die Polizei mit Zwang durchgesetzt werden. "Hierbei wurden die eingesetzten Beamten in unflätigster Art und Weise beleidigt" meldet Polizeisprecherin Daniela Hirmer. Da sich der 30-Jährige nicht beruhigen ließ und er stolze 2,28 Promille hatte, verbrachte er die Nacht im Haftraum der Polizeiinspektion Schwandorf. Woher der Mann die Schnittwunde hatte, wegen der er zuvor im Krankenhaus behandelt wurde, konnte er auch am nächsten Morgen immer noch nicht sagen. Daniela Hirmer: "Neben der Anzeige wegen Beleidigung bekommt der Mann auch noch Ärger, weil sein Ausweis abgelaufen war und er den Ausweis eigentlich als gestohlen gemeldet hatte."

Körperverletzungen in Amberg

Zur ersten Auseinandersetzung kam es laut Meldung der Polizei am Silvesterabend um 20.30 Uhr. Ein polizeibekannter 19-jähriger aus Sulzbach-Rosenberg schlug im Bereich des Ziegeltorplatzes einem 18-jährigen Amberger zunächst mit der Faust ins Gesicht und trat danach auf den Amberger ein, nachdem dieser zu Boden gefallen ist. Der Täter flüchtete ist jedoch namentlich bekannt.

In der Othmayrstraße kam es gegen 2 Uhr nach einer Silvesterfeier ebenfalls zu einer Auseinandersetzung. Die Polizei ermittelt wegen Gefährlicher Körperverletzung gegen fünf Beschuldigte im Alter zwischen 16 und 19 Jahren, die sich auf der Straße eine Schlägerei geliefert haben sollen. Ein 17-jähriger Nabburger erlitt eine Verletzung, die von einem Flaschenwurf stammte. Zudem wurden fünf weitere Personen verletzt, von denen drei im Klinikum ambulant versorgt werden mussten. Bei allen Beteiligten war Alkohol im Spiel. Die noch minderjährigen Täter wurden ihren Erziehungsberechtigten übergeben.

Auseinandersetzung in Amberg

Amberg

Gegen 3.10 Uhr beobachtete ein 19-jähriger Amberger am Schrannenplatz einen 22-jährigen aus dem Landkreis, als dieser ein Einhandmesser aus der Tasche holte. Der Amberger nahm dem 22-jährigen das Messer sofort ab, womit dieser jedoch nicht einverstanden war. Der 22-jährige versuchte nun den 19-jährigen zu schlagen, was jedoch misslang. Die verständigten Polizeibeamten stellten das Messer sicher. Der 22-Jährige muss sich wegen versuchter Körperverletzung und einer Ordnungswidrigkeit nach dem Waffengesetz verantworten.

Wegen einer "Nichtigkeit" kam es rund 15 Minuten später zu einer Auseinandersetzung in einem Club im Mariahilfbergweg. Ein 23-jähriger bot einer Frau ein Mon Cherie an. "Dies gefiel jedoch dem Freund der Frau nicht, der zusammen mit einem weiteren Mann und dem 23-jährigen in körperliche Auseinandersetzung geriet", berichtet Polizeisprecher Thomas Baszak. Bei der Anzeigenaufnahme machte der erheblich alkoholisierte Anbieter der Praline weitere Verletzungen geltend, die ihm seinen Angaben nach beim "Transport" aus dem Club durch zwei andere Männer zugefügt wurden. Der genaue Ablauf der Taten muss durch die Vernehmungen der Beteiligten geklärt werden.

Zu einer verbalen Auseinandersetzung gegen 4.30 Uhr kam es in einem Club in der Unteren Nabburger Straße zwischen einem 25-Jährigen aus Sulzbach-Rosenberg sowie einem 27-jährigen Amberger. Als Folge der Streitigkeit wurde der 25-jährige aus dem Club geworfen. Nachdem der Amberger kurze Zeit später den Club verlassen hatte folgte ihm sein Kontrahent und schlug diesem schließlich in der Bahnhofstraße mit der Faust ins Gesicht. Der erheblich alkoholisierte 25-Jährige wurde durch die herbeigerufene Polizeistreife in Gewahrsam genommen und zur Ausnüchterung in die Arrestzelle gebracht.

Die letzte gemeldete Körperverletzung ereignete sich am Neujahrsmorgen gegen 6.45 Uhr in der Mühlgasse. Ein 28-jähriger Amberger schlug mehrfach mit der Faust ins Gesicht eines 26-jährigen Kümmersbruckers. Der Geschädigte begab sich danach zunächst zum Bahnhof und setzte einen Notruf ab. Nach der Anzeigeaufnahme wurde er mit dem Rettungsdienst ins Klinikum gebracht. Thomas Baszak: "Hintergrund dürfte hier der Streit um eine Frau sein, wobei auch hier aufgrund der Alkoholisierung der Beteiligten zur Klärung die Vernehmungen abgewartete werden müssen."

Rechtsradikales Liedgut im Kreis Cham

Bei einer privaten Silvesterfeier im Gemeindegebiet Weiding (Kreis Cham) wurde gegen 2.20 Uhr verbotenes Liedgut abgespielt. Da mindestens acht bei der Fete anwesende, zwischen 16 und 31 Jahre alte Personen den Text mitgegrölt hatten, erwartet diese laut Polizei eine Anzeige wegen Volksverhetzung.

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