15.01.2020 - 17:21 Uhr
OberpfalzDeutschland & Welt

Ziele noch nicht erreicht

11 Ämter und Behörden mit 374 Arbeitsplätze sollten in die Oberpfalz verlagert werden – so die Ankündigung des damaligen Heimatministers Markus Söder. Die Strategie der Regionalisierung geht voran, doch manche Standorte warten noch immer.

Nicht alle Projekte der Behördenverlagerung in die Oberpfalz liefen so erfolgreich wie der Aufbau des Bayerisches Landesamt für Pflege in Amberg.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Gleiche Lebens- und Arbeitsbedingungen in ganz Bayern: Diese Vorgabe mit Verfassungsrang versucht die Staatsregierung auch durch das Instrument der Behördenverlagerung zu erreichen. 2015 kündigte Markus Söder als Teil seiner Heimatstrategie die Verlagerung von 11 Ämtern und Behörden mit 374 Arbeitsplätzen in die Oberpfalz an - davon sind aktuell acht Projekte mit bislang 157 Beschäftigten umgesetzt.

So wurde zwar die Zentrale Reiseservicestelle Bayern mit einer Zielstärke von 40 Mitarbeitern von Regensburg nach Vohenstrauß (Kreis Neustadt/WN) verlegt und arbeitet dort bereits im Regelbetrieb - "doch noch nicht mit vollem Personalumfang", informiert Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. Der CSU-Politiker lobt, dass etliche Angestellte wie angekündigt aus der Region Vohenstrauß rekrutiert wurden, ganz zufrieden ist er aber nicht: "Es gilt zu hoffen, dass alle Mitarbeiter auch in dem Umfang kommen, wie ursprünglich angekündigt."

Noch gar nichts passiert ist hingegen in Schwandorf, wohin Teile des Landesjugendamtes (20 Arbeitsplätze) verlegt werden sollten. Nur eine Ankündigung blieb bisher auch die geplante Aufstockung der Finanzamtaußenstelle in Bad Kötzting um 20 Mitarbeiter sowie die jene der Bearbeitungsstelle des Finanzamtes Erlangen in Waldmünchen um 21 Angestellte.

Nach wie vor Probleme hat das Amt für ländliche Entwicklung, welches 2013 von Regensburg nach Tirschenreuth umzog. Dort fehlen bis heute 18 Mitarbeiter, um die Sollstärke von 136 zu erreichen. Laut Amtsleiter Thomas Gollwitzer liegt dies daran, dass sich in der Region kein qualifiziertes Personal findet. "Wir haben Ingenieursstellen inzwischen bereits deutschlandweit ausgeschrieben. Aber für viele ist der ländliche Raum nicht so attraktiv."

In Amberg hingegen hatte das Staatsinstitut für Frühpädagogik einen holprigen Start: Der beabsichtigte Komplett-Umzug ist nicht abgeschlossen, noch immer ist die Zentrale in München - nicht jeder Mitarbeiter ist von einem Umzug begeistert. Eine Ministeriumsmitarbeiterin zu Oberpfalz-Medien: "Bei uns sind die Verlagerungen gerade großes Thema. Richtig Lust haben die wenigsten auf einen Umzug und würden wohl eher pendeln. Allerdings wird ja auch immer die Freiwilligkeit betont. Ich würde nicht umziehen wollen."

Das Verlagerungsziel erreicht ist hingegen in Windischeschenbach und Waldsassen. An diese Standorte kamen rund 120 Mitarbeiter des Landesvermessungsamtes. Druck war nicht nötig, sie kamen auf freiwilliger Basis oder wurden vor Ort rekrutiert.

Freude herrscht zudem beim Schwandorfer Landrat Thomas Ebeling (CSU) über das Pilotprojekt "Behördensatelliten", wofür die Große Kreisstadt als Standort ausgewählt wurde. Diese Arbeitsplätze kann jeder beim Freistaat beschäftigte Fernpendler nutzen, beispielsweise um dort seinen Laptop einzustecken. Die Behördensatelliten sollen Pendlerströme in die Ballungszentren reduzieren und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erhöhen.

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