Organspende braucht keinen Zwang sondern neue, frische Ideen

Jens Spahn hat im Bundestag eine Niederlage kassiert. Zum Glück, meint Michael Ascherl. Beim Thema Organspende braucht es neue Ansätze.

Im Ziel sind sich alle einig: Die Zahl der Organspender soll erhöht werden.
von Michael Ascherl Kontakt Profil
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Gesundheitsminister Jens Spahn ist im Bundestag mit seinem Vorstoß gescheitert, die Bereitschaft zur Organspende von der aktiven Freiwilligkeit auf die sogenannte Widerspruchslösung umzustellen. Und das ist gut so. Hätte Spahn Erfolg gehabt, dann wäre jeder über 16-Jährige, der nicht widersprochen hätte zum Organspender geworden. Die Absicht dahinter: Die Zahl der Spender-Organe erhöhen. Ein hehres Ziel, denn Deutschland trägt in Europa mit die rote Laterne, wenn es um die Zahl der gespendeten Organe geht. Und Herzen, Lungen, Leber und Nieren werden dringend gebraucht: Potenzielle Empfänger sterben, ehe ihnen ein neues Organ implantiert werden kann. Deutschland bezieht mehr Organe aus dem Ausland als es an Patienten anderer Länder abgibt.

Doch war der Ansatz des Ministers der richtige? Ich meine nein. Denn eine Spende muss freiwillig sein - das sagt ja schon das Wort. Dass der Mensch per staatlichem Erlass dazu gezwungen werden soll, Gutes zu tun, das rüttelt an seinen Grundrechten wie dem Recht auf körperliche Unversehrtheit auch im Tode, wie der Unantastbarkeit seiner Würde. Organspende muss freiwillig bleiben, aber die Bereitschaft dazu ist drastisch zu erhöhen. Das geht mit einfachen Mitteln des "Marketing", auch wenn sich Marktschreierisches in diesem sensiblen Umfeld verbietet. Die Politik braucht gute Ideen, Fantasie. Der Beschluss, Bürger bei der Ausstellung von Ausweisen auf das Thema zu stoßen, ist gut. Es braucht aber noch weitere frische, gerne auch unkonventionelle Ideen. Es muss "geil" werden, Organspender zu sein, um das einmal jugendsprachlich zu formulieren. Solche "weichen" Maßnahmen sind viel schneller umsetzbar als ein ethisch fragwürdiges Gesetz. Und Tempo braucht die Organspende dringender denn je.

Drei Frauen aus der Oberpfalz erzählen. Ihre Geschichten berühren.

Weiden in der Oberpfalz
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