Schneller, höher, weiter. Das wünschen sich viele Adrenalin-Junkies von den Fahrgeschäften in einem Freizeitpark. Je steiler die Abfahrt und je mehr Loopings die Achterbahn hat, desto besser. Mir wird davon ja eher ein bisschen flau im Magen, und ich fange an zu zittern. So auch bei meinem Ausflug mit einer Freundin in den Europa-Park in Rust bei Freiburg vor einigen Tagen. Wenn man dort auf den Parkplatz fährt, hört man schon die Leute aus der 73 Meter hohen Achterbahn „Silver Star“ kreischen. Sehr beruhigend für Angsthasen wie mich!
Nach einem entspannteren Einstieg mit kleineren Fahrgeschäften (die ich nicht mal so entspannt fand) stand dann auch die Holzachterbahn „Wodan“ auf dem Programm. Ich kannte das Gefährt schon aus einem früheren Parkbesuch, weil es mich so überrascht hatte. Denn naiv, wie ich war, dachte ich: „So schnell kann’s ja gar nicht werden, das Ding ist ja aus Holz.“ Der germanische Gott hat mich damals sehr schnell eines Besseren belehrt und blieb mir damit gut im Gedächtnis. Meine Freundin war gespannt und freute sich sehr – ich hingegen malte mir aus, wie mich der Gott der Krieger und des Todes denn genau nach Walhalla befördern würde. Aber was soll ich Ihnen sagen: Walhalla muss noch auf mich warten, ich hab’s (knapp) überlebt! An die Fahrt selbst erinnere ich mich nicht mehr wirklich, nur, dass ich auch die ganze Zeit gekreischt habe. Sorry an alle Mitfahrer an dieser Stelle.
Mein persönlicher Endgegner (stillschweigend sind meine Freundin und ich übereingekommen, dieses Mal nicht mit „Silver Star“ zu fahren – danke, Diana!) war als Nächstes dran: die Looping-Achterbahn „Blue Fire“. Eine Stunde mussten wir bei brütender Hitze darauf warten, uns in einem Waggon dieses Fahrgeschäfts festzuschnallen und mit 100 Kilometer pro Stunde aus der Wartehalle in einen Looping sowie mehrere Schrauben und steile Hügel katapultieren zu lassen. Fast wäre ich wieder ausgestiegen, ohne überhaupt die Fahrt anzutreten. Aber ich hab’s getan, und das Gefühl am Ende, als das rasante Rennen endlich (!!!) ein Ende hatte, war wirklich sehr gut. Alles ist von mir abgefallen, und ich war glücklich und erleichtert. Das ist also das Gefühl, dem die vielen Adrenalin-Junkies nachjagen. Ich kann es ein Stück weit nachvollziehen. Ab und an lohnt es sich dann doch, sich etwas zu trauen und die eigene Komfortzone zu verlassen – auch wenn mir für die meiste Zeit dann doch das Kettenkarussell reicht.
















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.