Die Sonne strahlt wärmend auf meine Haut, während mir ein angenehm frischer Windhauch durch die Haare weht. Irgendwo grillt jemand, und ein leckerer Geruch strömt in meine Nase. Ich sitze im halbhohen Gras am Ufer der Elbe in Dresden und spiele eine Partie Kniffel mit meiner Freundin. Sie würfelt drei Fünfer und zwei Dreier, ein „Full House“ – währenddessen fährt ein historischer Raddampfer vor uns den Fluss entlang. Das Leben im Hier und Jetzt fühlt sich schön an. Bis hinter uns Schreie ertönen.
Eine größere Gruppe hat sich dazu entschieden, unmittelbar hinter uns ihr Lager aufzuschlagen. Sie könnten sich quasi direkt mit auf unser Handtuch setzen. Kaum sind sie da, schaltet einer die Bluetooth-Box an – die Musik dröhnt so laut, dass wir uns nicht mehr unterhalten können. Nach fünf Minuten packen wir unsere Sachen zusammen. „Kein Bock auf Stress, wir sind im Urlaub“, denke ich mir. Das Elbufer ist außerdem so weitläufig, 50 Meter weiter finden wir einen neuen Platz. Umso unnötiger erscheint auch das Verhalten der Gruppe.
Versteht mich nicht falsch, ich mag das Leben in der Stadt. Und dazu gehört auch gewissermaßen „Lärm“: feiernde Menschen, laute Musik, scheppernde Skateboards, spielende Kinder. Auch von Jugendlichen ist es fast schon erwartbar, dass sie in der Gruppe lauter sind – war ja bei mir nicht anders. Aber dann gibt es halt doch immer wieder diese eine Gruppe, die etwas mehr Raum einnimmt als andere. Für die andere Platz machen müssen.
In den meisten Fällen sind es ausschließlich Männer, häufig betrunkene: am „Vatertag“ mit dem Bollerwagen und Musikbox im Park oder als grölende Fußballfans im Zug. Alle anderen Menschen scheinen aus dieser Perspektive nur bedürfnislose Statisten zu sein, die irgendwie auf diesem Planeten platziert wurden. Empathie oder Gespür für angebrachte Distanz? Fehlanzeige.
Rücksichtslose und betrunkene Männer sind definitiv der „Endgegner“ für alle, die einfach nur eine unbeschwerte Zeit im öffentlichen Raum haben wollen. Mich als Mann nerven solche Situationen überwiegend. Doch Frauen sind davon noch ganz anders betroffen: Beleidigungen, Bedrohung, sexuelle Belästigung. Manchmal auch alles in Kombination. Natürlich sind es nicht alle Männer. Aber es sind immer Männer.
OTon
Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.





















Also ich war dieses Jahr schon auf einem JGA einer Freundin und wir würden von den der Schaffnerin im Zug nach Regensburg sogar in die erste Klasse upgegradet weil wir so laut waren. Also "nicht alle Männer, sondern immer männer" kann ich so nicht bestätigen 😄
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