Es ist bereits dunkel, der Deutsche Wetterdienst warnt vor starkem Glatteis und ausgerechnet jetzt muss ich noch einkaufen gehen. „Was soll’s, bin ja noch jung“, denke ich mir. Mit kleinen Schritten schiebe ich meine Füße langsam über den spiegelglatten Asphalt. Dabei setze ich meinen vorderen Fuß gleichmäßig mit der gesamten Fläche ab und verlagere mein Körpergewicht vorsichtig darauf. Pinguin-Gang nennt sich das in der Fachsprache. Diese Art des Gehens soll die Gefahr verringern, auf glatten Flächen auszurutschen. Bei mir hat es geklappt – majestätisch wie ein Pinguin sehe ich allerdings nicht aus.
Seit Tagen plagt mich schon ein Hexenschuss im unteren Rücken, weil ich eine Werkbank falsch angehoben habe. Bin wohl doch nicht mehr so jung, wie zunächst angenommen. Breitbeinig für den stabilen Stand und mit gekrümmten Rücken aufgrund der wiederkehrenden Schmerzen schleppe ich mich in den Supermarkt. Nein, wie ein Pinguin sehe ich gewiss nicht aus – eher wie Quasimodo, die bucklige Figur aus dem Film „Der Glöckner von Notre-Dame“.
Hinter mir ziehe ich einen treuen Begleiter, der meine aktuelle Körperhaltung optisch wohl gut ergänzt. Er ist schwarz, hat 40 Liter Fassungsvermögen, zwei kleine Räder und einen ausziehbaren Griff. Es ist ein Einkaufstrolley, der im Alltag üblicherweise eher von Senioren genutzt wird. Quasi ein rollender Rucksack, nur eben nicht so belastend für den Rücken und besser fürs Gleichgewicht. Mittlerweile ist das Rentner-Gadget für mich ein echter Game-Changer beim Einkaufen, nicht nur bei Glatteis und mit Rückenschmerzen.
Im Sommer habe ich mir diese Einkaufshilfe zugelegt. Auch, weil ich es ein bisschen witzig fand, damit rumzulaufen. Doch schnell lernte ich zu schätzen, wie praktisch dieser Rollwagen im Alltag ist. Nicht nur beim Einkauf, auch das Picknick im Park oder der Besuch am Badesee verläuft wesentlich entspannter, wenn einem die sonst überfüllte Tasche beim Tragen nicht in die Schulter schneidet. Außerdem fühlt es sich damit auch entschleunigend an, durch die Gänge im Supermarkt zu schlendern. Jetzt muss ich allerdings wieder über die glatten Eisflächen zurück nach Hause. Dank meines Einkaufstrolleys ist das aber kein Problem. Größere Einkäufe ohne ihn könnte ich mir schon gar nicht mehr vorstellen.
OTon
Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.























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