Weiden in der Oberpfalz
14.05.2026 - 07:32 Uhr

OTon: Gibt es auch die "Ich-habe-keine-Ahnung-von-Erde-Erde"?

Endgegner Garten-Game: Gärtnern ist eine Wissenschaft, eine Überforderung dank Überangebot an fruchtbarem Boden. Sebastian Böhm gesteht in seiner Kolumne: Er ist grün hinter den Ohren und hat deutlich zu wenig Erde unter den Fingernägeln.

Für das Gärtnern braucht man Erfahrung – es ist weit mehr als einfach nur Erde zu kaufen oder Radieschen zu sähen. Symbolbild: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn
Für das Gärtnern braucht man Erfahrung – es ist weit mehr als einfach nur Erde zu kaufen oder Radieschen zu sähen.

Dieses Jahr ist es soweit, heuer startet sie auch für mich: die Garten-Saison. Oder wie wir coolen jungen Leute sagen: Ich spiele mit im Garten-Game. Mit dieser gleichen forschen Einstellung bin ich auch relativ selbstbewusst in diese Saison gegangen. Was soll da schon schief gehen? Bisschen Erde hier, ein paar Radieschen-Samen dort, easy. Doch es stellte sich schnell heraus, dass so eine Garten-Saison reichlich Vorbereitung braucht – und vor allem Vorwissen. Aber wer konnte denn schon ahnen, dass die Welt des Gärtnerns eine florale Wissenschaft für sich ist, die viele Überraschungen bereit hält.

Fangen wir mal mit der Erde an. Zu Beginn bin ich gut gelaunt und mit der Einstellung ins Gartencenter gekommen, dass ich fruchtbaren Boden schnell käuflich erwerbe. Länger als zehn Minuten? Brauche ich auf keinen Fall. Ich unerfahrener Narr – noch völlig grün hinter den Ohren und mit deutlich zu wenig Erde unter den Fingernägeln. Aus den zehn Minuten wurden 45 Minuten, aus dem Plan "Schnell rein, mit ein paar Säcken Erde wieder raus" wurden Internet-Recherchen am Handy. Es gibt einfach Erde für alles: Universalerde, Blumenerde, Pflanzenerde, Anzuchterde, Kräutererde, Rhododendronerde, Moorbeeterde, Tomaten- und Gemüseerde, Kakteenerde, Orchideenerde oder auch Hochbeeterde. Und das ist nur eine kleine Auswahl des Spektrums und die pure Überforderung. Gibt es auch eine "Ich-habe-keine-Ahnung-von-Erde-Erde"? Die wäre perfekt für mich.

Ein weiterer Fall meiner gärtnerischen Naivität zeigte sich beim Thema "Hochbeet". Na gut, ein paar Säcke Erde werde ich da schon brauchen, dachte ich mir. Doch, dass daraus drei Fahrten zum Gartencenter mit einem komplett vollgepackten Auto werden, kam dann doch überraschend. Für mich ist das Hochbeet inzwischen einfach ein Boden-verschlingendes-Monster, das ich mir freiwillig vor die Terrassentür gestellt habe. Aber hey, wenn die Möhren endlich wachsen, dann spart man sich ordentlich Kohle. Selbstanbau und so. Die Kosten für die Erde sollte man bei dieser Rechnung aber ausblenden, einfach als Tipp für alle anderen neuen Mitspieler im Garten-Game.

Ach ja, wenn wir schon bei den Kosten sind. Falls ihr euch fragt, ob der etwas teurere Rasenmäher ohne Kabel das Geld wert ist? Ja! Lernt aus meinem Fehler.

Hintergrund:

OTon

Wir sind junge Mitarbeiter von Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne "OTon" schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

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