23.07.2021 - 16:50 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Piazolo: Neues Schuljahr startet wohl mit Maskenpflicht

Bayerns Kultusminister Piazolo will alle Hebel für einen stabilen Präsenzunterricht im kommenden Schuljahr in Bewegung setzen. Wegen der unsicheren Pandemielage kann er aber keine Garantie abgeben. Tests und Masken bleiben vorerst.

Michael Piazolo (Freie Wähler), Staatsminister für Unterricht und Kultus.
von Jürgen UmlauftProfil

Das kommende Schuljahr wird voraussichtlich wieder für eine Übergangsphase mit Maskenpflicht auch im Unterricht starten. Das kündigte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Freitag in München an. Nach den Erfahrungen des Vorjahres, als viele Urlaubsheimkehrer für einen Anstieg der Corona-Infektionszahlen in Bayern gesorgt hätten, wolle man einen besonders hohen Sicherheitsstandard zum Schuljahresanfang. "Mein Ziel und mein Wille ist der Präsenzunterricht, dafür werden wir alles tun", erklärte Piazolo. Abhängig von der Corona-Lage im September soll die Maskenpflicht im Unterricht zwei bis drei Wochen dauern.

Die Forderung der Arbeitsgemeinschaft bayerischer Lehrerverbände (ABL), Eltern vor Schulbeginn zu einem PCR-Test an ihren Kindern zu verpflichten, lehnte Piazolo ab. Dazu gebe es keine rechtliche Handhabe. Er könne nur an die Eltern appellieren, einen Test machen zu lassen. Am derzeitig gültigen Testkonzept für alle Schülerinnen und Schüler will Piazolo auch im neuen Schuljahr festhalten. So soll es beginnend mit dem ersten Schultag weiter mindestens zweimal wöchentlich einen verpflichtenden Selbsttests vor Unterrichtsbeginn geben. "Kein Schüler nimmt ohne negatives Ergebnis am Unterricht teil", betonte Piazolo.

Erneut forderte der Minister die Kommunen auf, das Förderprogramm des Freistaats zur Anschaffung mobiler Luftreiniger für Klassenräume zu nutzen. Diese seien eine Ergänzung zum Lüften und den übrigen Hygienemaßnahmen und könnten dafür sorgen, Präsenzunterricht sicherzustellen. Bei der Frage, ob und wie umfangreich bei Infektionsfällen an Schulen Quarantänemaßnahmen erforderlich seien, würden die Gesundheitsämter das Vorhandensein von Luftreinigern bei ihrer Entscheidung im Einzelfall einbeziehen.

Nach Piazolos Einschätzung wird der Inzidenzwert im kommenden Schuljahr nicht mehr alleinige Richtschnur für die Anordnung von Schutzmaßnahmen sowie die notfalls erforderliche Umstellung auf Wechsel- oder Distanzunterricht sein. Derzeit würden die Gesundheitsminister der Länder mit wissenschaftlicher Begleitung an einer neuen Formel arbeiten, die zusätzliche Parameter wie die Krankenhauseinweisungen oder die Impfquote beinhalte. "Zum Schuljahresbeginn wird Corona leider nicht vorbei sein", sagte Piazolo.

Die Unterrichtsversorgung zum Start ins Schuljahr ist laut Piazolo gesichert. Es würden rund 5000 neue Lehrkräfte eingestellt, 1100 davon zusätzlich. Die mobile Lehrerreserve zum Auffangen von Krankheitsfällen werde um 221 auf mehr als 3800 aufgestockt, zudem gebe es 170 neue Stellen für Beratungslehrer und Schulpsychologen. Die Zahl der unterstützenden Teamlehrkräfte bleibe mit 800 Vollzeitstellen unverändert. "Alles in Allem haben wir im kommenden Schuljahr so viele Lehrkräfte an den bayerischen Schulen wie noch nie zuvor", bilanzierte Piazolo. Statistisch werde eine Lehrkraft 14,3 Schüler betreuen, vor zehn Jahren seien 16,5 gewesen.

Kritisch äußerte sich Piazolo zu einer nicht repräsentativen Umfrage der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), an der 563 der insgesamt rund 150.000 Lehrkräfte in Bayern teilgenommen hatten. Sie gaben dem Kultusministerium für das bisherige Corona-Krisenmanagement die Durchschnittsnote 4,77. Bemängelt wurden vor allem schlechte Kommunikation und mangelnde Unterstützung bei der Umsetzung der Corona-Vorgaben an den Schulen. Piazolo betonte dagegen, das Ministerium und seine nachgeordneten Schulbehörden hätten in der Krise "hervorragende Arbeit" geleistet. Dass manche Handlungsanweisungen kurzfristig an Schulen ankämen, liege an den mehrstufigen Entscheidungsprozessen in Bund und Land.

Das sagen Schüler zur Schule ohne Maske

Weiden in der Oberpfalz
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.