29.07.2020 - 17:06 Uhr
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"Beckenrand Sheriff": Regisseur Rosenmüller dreht mit Schneeberger und Schweighöfer in Pleystein

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Eine erstklassige Besetzung verspricht die Filmkomödie "Beckenrand Sheriff", für die das Freibad des Städtchens Pleystein die perfekte Bühne darstellt. Regisseur Marcus H. Rosenmüller kommt mit einem Starensemble in die nördliche Oberpfalz.

Das Kassenhäuschen des Freibads Pleystein hat es offensichtlich Regisseur Marcus H. Rosenmüller angetan.
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Exklusiv lüften die Oberpfalz-Medien das bisher strikte Rätselraten, welcher Schauspieler im Film "Beckenrand Sheriff" von Regisseur Marcus H. Rosenmüller welche Rolle ausfüllt. Wie der Produzent der Lieblingsfilm GmbH aus München, Robert Marciniak, in einem Interview bestätigt, übernimmt Milan Peschel die Hauptrolle des grantelnden, eigensinnigen Bademeisters Karl, der um das Fortbestehen des zur Schließung bestimmten Freibads kämpft. Der 52-jährige Peschel ist einem breiten Publikum nicht nur aus zahlreichen "Tatort"-Folgen und Fernsehfilmen bekannt, auch als Regisseur machte er sich einen Namen.

Den Widerpart des Bademeisters in der Filmkomödie verkörpert die Bürgermeisterin: Diese Rolle ist der großartigen Gisela Schneeberger gleichsam auf den Leib geschneidert. Sie will im "Beckenrand Sheriff" das alte, zu teure und daher nicht mehr tragbare Freibad im fiktiven Grubberg bei Rosenheim in Oberbayern schließen. Ganze Generationen lachen mit und über Gisela Schneeberger an der Seite von Gerhard Polt, in den Kultsendungen "Monaco Franze - Der ewige Stenz", im "Scheibenwischer" oder in vielen Fernsehsendungen wie "Der Bulle von Tölz" oder in der BR-Fernsehserie "Schleudergang".

An der Seite des leidenschaftlich um "sein" Freibad kämpfenden Bade- und Schwimmeisters Karl steht der Flüchtling Sali, den das junge Schauspieler-Talent Dimitri Abold (25) mimt. Der gebürtige Jamaikaner war bereits in mehreren ARD-Fernsehserien wie "Die Inselärztin" und "Polizeinotruf 110" oder auf Netflix ("Warrior Nun") zu sehen.

Die Schauspielerin Gisela Schneeberger.

Seltene Vogelart entdeckt

Ein Ornithologe stößt in dem in die Jahre gekommenen Freibad auf eine seltene, bedrohte Vogelart: Wer könnte diese etwas verquere Figur besser widerspiegeln als Matthias Schweighöfer (39). Ob "Tatort", anspruchsvolle Rollen wie in der Verfilmung der Reich-Raniki-Biografie oder Schweighöfers enge Zusammenarbeit mit Til Schweiger ("Keinohrhasen", "Zweiohrküken"): Sein Name ist in der deutschsprachigen Film- und Fernsehszene allseits gegenwärtig.

Ein Artikel über die Dreharbeiten von Marcus H. Rosenmüller im Freibad Pleystein

Pleystein

Sarah Mahita stellt eine Profi-Schwimmerin dar, eine glühende Verfechterin des Freibads. Die 23-Jährige wirkte u.a. in den in den Fernsehserien "SOKO Köln", "SOKO Stuttgart" oder "Morden im Norden" mit. Als ihr Vater fungiert in der in Pleystein gedrehten Hommage an das Dorfschwimmbad Sebastian Bezzel. Der außerordentlich populäre Schauspieler ist bekannt durch Serien "Bulle von Tölz" oder "München 7"; in der Beliebtheitsskala schoss er in der Rolle des Provinzpolizisten Franz Eberhofer in der gleichnamigen Fernsehreihe nach oben. Als Filmvater der Profi-Schwimmerin stemmt er sich gegen den Flirt seiner Tochter mit dem Flüchtling Sali: Weil er andere Pläne verfolgt. Aber mehr sei an dieser Stelle noch nicht verraten.

Matthias Schweighöfer.

Drehbuch erhielt bereits Preis

Außerdem sorgt Grimme-Preisträgerin Johanna Wokalek für einen charmanten Akzent. Die 45-Jährige spielte in wichtigen Produktionen die Hauptrolle, so in der Literaturverfilmung "Die Päpstin". In Bernd Eichingers "Der Baader Meinhof Komplex! Übernahm Wokalek die Rolle der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin. Auch in Pleystein wird sie ihren hohen schauspielerischen Nimbus einbringen.

Die geplante Filmkomödie "Beckenrand Sheriff" erntete bereits erste Lorbeeren. Drehbuchautor Marcus Pfeiffer erhielt dafür bei der Drehbuchwerkstatt München 2018/19 den renommierten Tankred-Dorst-Preis. Die Bayerische Filmförderung spendiert schon mal 900 000 Euro für das Projekt, weitere 450 000 Euro gibt der Bund dazu.Die globale Filmszene würdigte das Wirken Pfeiffers bisher mit 50 Awards, darunter Grand Prix und Gold Award der New York Festivals, drei Cannes Lions und ein Clio Award. Der Name Pfeiffer steht für augenzwinkerndes Qualitätskino.

"Unser Drehort, das Freibad Pleystein, passt wie die Faust aufs Auge zu unserem Film: Es hat schon bessere Tage gesehen, besitzt aber großen Charme", sagt Produzent Robert Marciniak den Oberpfalz-Medien. Vor diesem Hintergrund - und auch durch das gastfreundliche Entgegenkommen des Städtchens mit Bürgermeister Reiner Rewitzer, der Familie Hans-Peter und Andrea Lang sowie Bademeister Hubert Rewitzer allen voran - machte Pleystein schließlich das Rennen: vor dem bereits gesetzten "Jura-Mare" in Parsberg, Kreis Neumarkt. "Wir haben uns viel angeschaut und lange überlegt, das Freibad Pleystein kommt uns produktionstechnisch am nächsten", betont der Produzent. Er verspricht eine unterhaltsame, flotte Komödie, "tolle und authentische Dialoge" und ironisch überspitzte Figuren.

Marciniak beziffert die Gesamtkosten des Projekts auf vier bis fünf Millionen Euro. Die Corona-Pandemie erfordere allerdings besondere Hygiene-Maßnahmen: "Am Set sind so wenige Leute wie möglich." Man sei froh, überhaupt wieder drehen zu können. Die Lieblingsfilm GmbH bringt ihre 70 Mitwirkenden in den Hotels, Gaststätten und Ferienhäusern der Region bis Anfang Oktober unter (wir berichteten).

Milan Peschel.

„Das Freibad Pleystein passt wie die Faust aufs Auge zu unserem Film: Es hat schon bessere Tage gesehen, besitzt aber großen Charme.“

Produzent Robert Marciniak

Info:

Komparsen-Aufruf

Trotz der bisher tollen Resonanz von Laiendarstellern, sucht die für Marcus H. Rosenmüller tätige Produktionsfirma Lieblingsfilm GmbH für den Dreh im Pleysteiner Freibad noch Komparsen: vom 8. September bis 10. Oktober, Kinder und Erwachsene. „Über diesen Zeitraum brauchen wir immer wieder Leute, die Lust und Zeit haben, Freibadgäste zu spielen. In Badebekleidung vor die Kamera zu treten, sollte also kein Problem darstellen...“ Es gebe aber auch Szenen, die in normaler Kleidung zu spielen sind. Vor allem für die Schlussszene des Films, einem Wasserballspiel, brauche es noch Leute.

Mit Namen, Vornamen, Alter, Foto, Wohnort und zeitlicher Verfügbarkeit zwischen 8. September und 10. Oktober wenden sich Filmbegeisterte per E-Mail an: komparserie[at]lieblingsfilm[dot]biz

Info:

Filminhalt

Der grantige Bademeister Karl muss sein Heiligtum, sein Grubberger Freibad, vor der Schließung retten. Zum Glück hat er dabei Flüchtling Sali an seiner Seite. Nach einigen Verwicklungen hilft das ganze Dorf zusammen: eine lakonische Hymne auf das Leben, die Gemeinschaft und letztendlich auch auf die Liebe. „Beckenrand Sheriff“ ist ein Film über einen Ort, wo alle gleich sind: im Freibad. Ob jung oder alt, reich oder arm, ob verliebter Teenager oder gestresste Familie – im Wasser oder vor der Pommes-Bude sind wir alle gleich. Und sind glücklich. Immer schon. Doch das Freibad in Deutschland ist gefährdet …

Für die Rettung „seines“ Freibads muss ein Bürgerbegehren her, überlegt sich Karl. Allein das kann die Abriss-Bagger noch stoppen. Allerdings braucht man dafür 582 Unterschriften. Das ist für Karl als Außenseiter ein Problem. Denn in seinem Reich ist er vielleicht Gott und Kaiser, aber außerhalb des Freibads ist er einfach nur Karl, der „Zuagroaste“ ...

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