Für 1,66 Millionen Schüler in Bayern hat am Dienstag das neue Schuljahr begonnen. Ministerpräsident Markus Söder sprach von einem "gelungenen und unideologischen Schulstart". Der Freistaat habe sich mit zusätzlichen Lehrerstellen, zahlreichen Neuerungen und dem Ausbau von Hort- und Betreuungsplätzen intensiv vorbereitet. Wichtigste Änderungen sind die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums, die neuen Deutschlernklassen mit Werteerziehung für Migranten sowie der Ausbau der digitalen Bildung und der Sozialarbeit.
Nach Angaben von Kultusminister Bernd Sibler hat der Freistaat zum Schuljahresbeginn 4300 neue Lehrkräfte eingestellt. Alle seien voll ausgebildete Pädagogen. Damit sichere man die Qualität der Bildung in Bayern, sagte Sibler. Neben dem Ersatz für pensionierte Lehrkräfte decken die neuen Pädagogen auch 850 zusätzliche Planstellen unter anderem zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung und die Einführung der Deutschlernklassen ab. Weitere 350 Stellen wurden für Verwaltungsangestellte zur Entlastung der Lehrer von Bürokratie und für Schulsozialarbeiter geschaffen. Dieser Stellenpool soll laut Sozialministerin Kerstin Schreyer bis 2022 weiter ausgebaut werden.
Deutlich ausbauen will die Staatsregierung die Ganztagesbetreuung. Die Nachfrage durch die Eltern steige kontinuierlich, berichtete Schreyer. Derzeit gebe es für 55 Prozent der Grundschüler Ganztagesangebote, der weitere bedarfsgerechte Ausbau soll mit den Kommunen "kraftvoll angegangen" werden. Schreyer appellierte an diese, auch mehr Hortplätze zur Verfügung zu stellen. Bayernweit sollen es zunächst 10.000 sein. Entsprechende Fördermittel des Freistaats stünden bereit. Söder erklärte, mit dem Ausbau der Betreuungsangebote werde die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert und damit "Elternstress" verringert.
Der grüne Bildungspolitiker Thomas Gehring warf Söder vor, Wahlkampf auf Kosten der Kommunen zu machen. Diese seien für den Ausbau der Betreuungsangebote zuständig, hätten bis heute aber keine Garantie, dass die versprochenen Zuschüsse auch fließen. SPD-Fraktionsvizin Simone Strohmayr vermisste Initiativen für mehr Ganztagesbetreuung an Gymnasien, Real- und Mittelschulen. "Was die CSU vorschlägt, reicht hinten und vorne nicht", urteilte sie. Die Ganztagesbetreuung sei in Bayern ein "Flickerlteppich", oft funktioniere sie nur "dank Oma und Opa".













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