01.03.2026 - 13:19 Uhr

Polizei stoppt Handyfilmer bei Rettungseinsatz

Während Retter um ein Leben kämpfen, hält ein Schaulustiger alles mit seinem Smartphone fest. Wie die Polizei eingreift und warum der Einsatz für den Gaffer ein Nachspiel hat.

Der Rettungsdienst wird bei seinem Einsatz von Schaulustigen gestört. (Symbolbild) Bild: Monika Skolimowska/dpa
Der Rettungsdienst wird bei seinem Einsatz von Schaulustigen gestört. (Symbolbild)

Bei einem Rettungseinsatz in Memmingen sind nicht nur Einsatzkräfte, sondern auch zahlreiche Schaulustige angerückt. Nach Angaben der Polizei filmte ein 67-jähriger Mann Wiederbelebungsmaßnahmen mit seinem Smartphone, trotz mehrfacher Aufforderung, dies zu unterlassen.

Feuerwehr und Rettungsdienst reanimierten demnach einen 44-jährigen Anwohner und bargen ihn aus dem dritten Stock eines Hauses. Während die Einsatzkräfte um das Leben des Mannes kämpften, bildete sich vor Ort eine Gruppe von Gaffern. Die Polizei sprach mehrere Platzverweise aus.

Ein 67-Jähriger zeigte sich jedoch besonders interessiert: Trotz mehrfacher und deutlicher Aufforderung filmte er von seinem Balkon aus weiter und zoomte nach Angaben der Beamten sogar auf den Patienten. Die Polizei sichtete die Aufnahmen noch vor Ort. 

Den 67-Jährigen erwartet nun eine Anzeige wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen. Die Einsatzkräfte appellieren: Rettungseinsätze sind kein Spektakel – und schon gar kein Motiv für Nahaufnahmen.

© dpa-infocom, dpa:260301-930-752875/1

 
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